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Mönchengladbach: Oma-Mord: Hohe Jugendstrafen gefordert

Mönchengladbach : Oma-Mord: Hohe Jugendstrafen gefordert

Im Prozess vor der Ersten Jugendkammer des Landgerichts hat der Staatsanwalt am Donnerstag für die 20 Jahre alten Schwalmtaler hohe Jugendstrafen gefordert. Er wirft dem Enkel des Opfers und dessen früherem Freund gemeinschaftlichen Mord und Raub mit Todesfolge vor.

Im Plädoyer war er überzeugt, dass der Enkel am 18. Januar die 75-jährige Großmutter in ihrem Haus in Amern erwürgt hat. Für den vorbestraften "Liebling des Opfers" forderte der Staatsanwalt eine Jugendstrafe von neuneinhalb Jahren, für den gleichaltrigen mitangeklagten Ex-Freund eine Jugendstrafe von acht Jahren und neun Monaten. Das Verbrechen wertete er als vorsätzliche Tötung.

Die früheren Freunde hatten den Einbruchsversuch in das Haus in Amern und den Raub von Schmuck und einem Notebook zugegeben. Ansonsten hatten sie sich gegenseitig belastet. Weder der Enkel der Oma noch der mitangeklagte Ex-Freund wollen für den Erstickungstod des Opfers verantwortlich sein.

Nach dem gescheiterten Einbruch hatten die Angeklagten an der Haustür geklingelt. Da wussten sie bereits, dass die Seniorin wider Erwarten im Haus war. "Der Enkel war der Ideengeber", so der Staatsanwalt, der gestern noch einmal auf das Tatgeschehen in der Januarnacht einging. Der 20-Jährige betrat zuerst das Haus, brachte die Oma zu Boden und hielt ihr den Mund zu. Die 75-Jährige sollte auf keinen Fall schreien. Der Komplize sollte in der Küche Knebelmaterial besorgen.

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Doch die Seniorin habe sich gewehrt. Unter dem Fingernagel der Getöteten waren später DNA-Spuren des Enkels gefunden worden. Die Großmutter habe ihn erkannt, soll der Enkel plötzlich gerufen haben. Das Opfer habe nicht geschrien. Tatsächlich will der mit angeklagte Ex-Freund gesehen haben, dass der Enkel die Oma sofort gewürgt habe. Dann durchwühlten die Angeklagten das Haus und suchten nach Beute. Später verschwanden sie, ohne sich noch einmal um das Opfer zu kümmern. Die Oma sei doch ruhig gewesen.

Den Ex-Freund sah der Staatsanwalt als Mittäter. Er habe schließlich einen Rucksack für die Beute und Handschuhe mit ins Haus gebracht, obwohl er angeblich nur Schmiere stehen wollte. Die Verteidigerin des Enkels war der Ansicht, es sei nicht geklärt, wer von den beiden Angeklagten die Oma getötet habe.

Der Verteidiger des Ex-Freundes schloss sich dem Staatsanwalt an, der den Enkel für den Erstickungstod verantwortlich macht. Der ursprüngliche Diebstahlsplan habe sich geändert, als der Enkel bemerkte: "Mist, die hat mich erkannt." Sein Mandant könne nur wegen Raubes bestraft werden. Am Donnerstag wird das Urteil verkündet.

(RP)