Mönchengladbach: NPD hat Interesse an Niederrheinkaserne

Mönchengladbach : NPD hat Interesse an Niederrheinkaserne

Der NPD-Ratsherr Wolfgang Geilenkirchen hat bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben um einen Besichtigungstermin für die Niederrheinkaserne gebeten. Die Behörde versucht, das zehn Hektar große Gelände, das seit sieben Jahren nicht mehr genutzt wird, zu verkaufen. Zwar ist ein Verkauf an die NPD rechtlich gar nicht möglich. Dennoch sorgt allein das Interesse der rechtsextremen Partei für Unruhe. In einem gemeinsamen Brief an den zuständigen Ministerialdirektor bitten Günter Krings und Norbert Post (beide CDU), auf den Besichtigungstermin und weitere Verhandlungen zu verzichten. Schließlich werde die Partei vom Verfassungsschutz beobachtet. "Gerade für eine Bundesanstalt halten wir die der NPD nahestehende Personen nicht für wünschenswerte Verhandlungspartner", heißt es in dem Brief.

Hubert Hoppe von der Bundesanstalt, bei dem alle Anfragen zur Kaserne landen, sieht die Sache gelassener. "Einem Ratsherrn können wir die Bitte zur Besichtigung wohl kaum abschlagen. Schließlich muss er sich über planungsrechtliche Fragen eine Meinung bilden können." Ein offizielles Angebot, so Hoppe, habe der NPD-Interessent nicht abgegeben. Geilenkirchen war gestern nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen. In ernsthafte Verhandlungen mit der NPD wolle die Behörde, so Hoppe, mit Sicherheit nicht einsteigen. Das ist aus zweierlei Gründen nicht sinnvoll. Zum einen gibt es eine Ausschlussliste, auf der Organisationen verzeichnet sind, mit denen die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nicht verhandeln darf. Zum anderen darf das Gelände im Moment ohnehin ausschließlich für öffentliche Zwecke genutzt werden.

Genau das ist Hubert Hoppe allerdings ein Dorn im Auge. Denn die Chance, dort beispielsweise Polizei, Zoll oder Hochschule, sind gering. "Uns wäre sehr geholfen, wenn auch eine Privatnutzung dort möglich wäre", so Hoppe. Das sieht Jürgen Beckmann, Fachbereichsleiter Planung bei der Stadt, anders. Unlängst hatte sich ein Spediteur für das Gelände interessiert. "An dieser Stelle ein Gewerbegebiet einzurichten, halte ich nicht für richtig. Da haben wir genügend Flächen an anderen Stellen."

Sollte sich kein Käufer finden, favorisiert Beckmann eine andere Option: "Das Gelände ist Landschaftsschutzgebiet. Aus stadtplanerischer Sicht wäre es am sinnvollsten, wieder Wald daraus zu machen."

(RP)
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