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Mönchengladbach: Nostalgischer Glanz der 20er-Jahre

Mönchengladbach : Nostalgischer Glanz der 20er-Jahre

Ein Festival, das an das Jahrzehnt nach dem Ende des deutschen Kaiserreichs erinnert, bietet das BIS. Dada-Literatur, Charleston-Tänze und ein rauschendes Fest mit Chansons und Schlagern ziehen ab 29. Januar ins Kulturzentrum.

Die Zahl 20 prägt dem Kulturzentrum an der Bismarckstraße in diesem Jahr ihren Stempel der Erinnerungen auf. "20 Jahre gibt es Kulturarbeit in den beiden Häusern, die unser Verein betreibt; zehn Jahre haben wir hier die Jazz-Visions und ebenso lange das Klezmer-Festival", erzählt Herbert Krumbein. Da kam die Aachener Mitarbeiterin des BIS im Workshop-Bereich, Filana Löblich, auf die Idee. "Lasst uns ein Festival zu den Zwanzigerjahren machen", schlug sie vor. Die anderen Spartensprecher schlugen ein. Und mit ein wenig Unterstützung durch spendable Sponsoren wollen sie es nun schaffen. Dass die Veranstalter Geld benötigen, ist klar, wenn Krumbein feststellt: "Wir wollen das ganze Jahr lang feiern. Es wäre schön, wenn wir 2013 durchgehend auf die Pauke hauen könnten."

Der erste Paukenschlag erklingt Ende dieses Monats. Vom 29. Januar bis 3. Februar kehren in die beiden Häuser aus der Gründerzeit Errungenschaften der Goldenen Zwanziger zurück. "Es war eine turbulente Zeit damals nach dem Ersten Weltkrieg", sagt die Literaturwissenschaftlerin Filana Löblich. Dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft standen künstlerische Kreativität und eine besonders in Großstädten spürbare gesteigerte Lust an Luxus, Vergnügen und rauschenden Festen gegenüber. Neue Sachlichkeit, Technikbegeisterung und -furcht, literarische und kunsthistorische Experimentierfreude (Dada und Surrealismus) zogen die Menschen in Bann.

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Davon künden die sechs Veranstaltungen des Festivals. Zum Auftakt am 29. Januar wird der Mönchengladbacher Slam-Poet Marco Jonas Jahn Dichtung der Zeit von Gottfried Benn bis Kurt Schwitters aufleben lassen. Und mit Motiven der Zwanzigerjahre wird der Literaturzeit-Workshop von Filana Löblich am 1. Februar spielen.

Modetänze wie der Charleston, aber auch der vor Erotik knisternde "Tanz burlesque" sind Gegenstand zweier Tanzzeit-Workshops mit Dia Dence und dem Tanzduo Sabine Schroetter und Arno Heister (2. Februar). Filana Löblich bietet auch sonst Burlesque-Kurse im BIS an.

Schön: Was die Workshop-Teilnehmer gelernt haben, können sie sogleich bei der "Nachtglanz-Soirée" am Samstag, 2. Februar, ab 20 Uhr im BIS erproben. Das Stimm- und Chansonwunder Kerstin Brix, bekannt von ihrem mehrjährigen Engagement am Theater Krefeld/Mönchengladbach und manchen noch erinnerlich von ihrer Beteiligung am Musical "Gambler", wird Titel der 1920er zum Besten geben. "Lassen Sie sich anstecken von nostalgischen Tanzvergnügungen und einem erlesenen Abendprogramm", lädt Löblich ein zu der Mischung aus Abendkultur und Party.

Dunkle Seiten der showsüchtigen Zeit stellt der 1930 erschienene Film "Der Blaue Engel" von Josef von Sternberg heraus. Das Meisterwerk des Kinos, mit Marlene Dietrich und Emil Jannings in den Hauptrollen, wird das Festival am Sonntag, 3. Februar, ab 19.30 Uhr beschließen.

(RP/ac)