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Kolumne: Norbert Bude: Rückblick auf elf OB-Jahre

Kolumne : Norbert Bude: Rückblick auf elf OB-Jahre

An Fronleichnam hat der 54-Jährige bei der Heiligtumsfahrt seinen letzten Auftritt als Oberbürgermeister. Wir blicken zurück und nach vorne.

Lieber Norbert Bude,

was für eine Symbolik bei Ihrem letzten großen Termin als Oberbürgermeister: Den Schrein bei der Heiligtumsfahrt abschließen. Schlüssel abgeben. Anzug aus. Ende. Als ich gerade die ganzen Bilder aus den vergangenen Jahren sah, kamen mir ein paar Erinnerungen. Wir waren oft unterschiedlicher Meinung. Ich finde, Sie hätten die Verwaltung besser aufstellen müssen. Mehr streiten, mehr klare Kante, weniger Konsens. Sie fanden das oft ungerecht. Ich habe Ihnen mit meinen Kolumnen manchen Samstagmorgen verhagelt. Sie haben, wenn Sie sich darüber so richtig geärgert haben, gerne mal andere Medien als die RP mit Exklusiv-Informationen versorgt — und geglaubt, wir wüssten nicht, wer das gewesen ist. Darüber musste ich manches Mal in mich hineinschmunzeln. Dünnhäutigkeit halte ich nicht für die schlechteste Voraussetzung für diesen Job. Wem alles egal ist, der macht potenziell den größten Unfug. Ich finde die Professionalität, die Ernsthaftigkeit, die Wissbegierigkeit und den Fleiß, mit der Sie diese gewaltige Aufgabe angegangen sind, sehr bemerkenswert. Sie haben — manchmal sogar zu sehr — Ihre persönlichen Bedürfnisse hinten angestellt. Sie haben sich aufgerieben. Für andere. Für uns Bürger. Und das Wichtigste: Sie sind sich trotz und alledem treu geblieben. Respekt! Ich bin sicher, dass Sie was Aufregenderes finden, als Nachfolger von Bernd Gothe zu werden. Wahrscheinlich sind Sie eh viel zu alt für den Job, wenn Gothe irgendwann mal aufhört. Ich habe die Hoffnung, dass Sie einen Teil Ihrer Kraft weiter dem Gemeinwohl dieser Stadt schenken. Danke! Tschüss!! Man sieht sich!!!

Ihr Ralf Jüngermann