Mönchengladbach: (Noch) zu langweilig zum Spielen

Mönchengladbach: (Noch) zu langweilig zum Spielen

Sand gibt es reichlich, ansonsten ist der Spielplatz an der Marienkirchstraße trostlos. Wie man ihn aufwerten kann, wissen vor allem die, die das betrifft - die Kinder. Auch Am Pixbusch und an der Königsstraße dürfen sie mitplanen.

Noch sieht der Spielplatz an der Marienkirchstraße trostlos aus. Eine einsame Schaukelanlage steht vor einem heruntergekommenen Fußballplatz. Nur Sand gibt es reichlich. Das ist auch der einzig positive Punkt, der den Kindern einfällt. Viele von ihnen sind mit Sky, der ökumenischen Jugendarbeit in Eicken, hergekommen. Andere wohnen in der Nachbarschaft und sind mit ihren Eltern hier, um ihren Spielplatz mitzugestalten. Dass die Kinder ein Mitspracherecht haben, ist Nina Wagner sehr wichtig. Sie ist Sozialpädagogin in der Abteilung Jugendpflege und Prävention der Stadt Mönchengladbach. "Wir wollen Kindern eine Stimme geben", sagt Wagner, "Sie sollen gehört und ernst genommen werden." Die Stadt hat finanzielle Zuschläge für drei Spielplätze bewilligt, die alle nicht zentral liegen. Für Wagners Kollegen Christian Schirmer ist es einleuchtend, die Meinungen der Kinder zu berücksichtigen, denn: "Sie können am besten einschätzen, was sie brauchen." Doch nicht nur Kinder werden in den Prozess miteinbezogen, sondern auch deren Eltern. Guido Bechtel wohnt direkt nebenan. Seine Söhne lasse er hier nicht spielen, vor allem nicht alleine. Die Aktionen findet er gut, aber nicht ausreichend. Neue Geräte würden zwar den Spielplatz an sich verbessern, aber das eigentliche Problem nicht lösen. Täglich sähe man hier Leute, die Alkohol trinken oder andere Drogen konsumieren. "Die Polizei und das Ordnungsamt müssen mehr Präsenz zeigen", wünscht er sich. Auch Nina Wagner denkt, dass mehr Kontrolle durch das Ordnungsamt angebracht wäre. Dennoch würde auch schon eine Verschönerung des Spielplatzes dafür sorgen, dass zumindest weniger Dealer herkämen. "Wenn hier mehr Kinder spielen und es lebendiger wird, fühlen sich die Dealer beobachtet", sagt sie.

Die neunjährige Nathalie hat noch nie hier gespielt. Sie wünscht sich, dass der Spielplatz so wird "wie der am Altenheim". Dort gäbe es mehr Geräte: "Dann können mehrere Leute gleichzeitig schaukeln." Ihre Verbesserungsvorschläge kann sie auf eine grüne Karte schreiben. Die pinnt Wagner dann neben roten Karten, auf denen Missstände stehen, und einer einzigen gelben Karte mit Lob an eine Stellwand. Wem erst mal nichts einfällt, der kann sich von den Fotos inspirieren lassen, die Wagner aufgehängt hat. Darauf sieht man verschiedene Spielplätze und unterschiedliche Geräte. "Viele Kinder kommen hierher und haben schon ein festes Bild davon, wie es hier aussehen soll - nämlich genau so wie der Spielplatz, auf dem sie gerade waren", sagt sie. Diese Bilder wolle sie aufbrechen. So käme es auch schon mal zu sehr kreativen Ideen. Als Beispiel nennt Christian Schirmer eine Karaokebar. Heute hat ein Junge eine Rutsche, die drei gleichzeitig benutzen können, aufgeschrieben.

Damit die Mädchen und Jungen das Wirken ihres Handelns erleben können, soll das Projekt zeitnah umgesetzt werden.

(RP)
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