Mönchengladbach: Noch mehr Klagen über Rheydts Problem-Platz

Mönchengladbach : Noch mehr Klagen über Rheydts Problem-Platz

Auch die Mitarbeiter des City-Parkhauses beklagen die Zustände rund um den kleinen Platz an der Mühlenstraße/Ecke Friedrichstraße. Sie meldeten sich gestern auf den RP-Artikel "Rheydts Problem-Platz".

"Das ist wirklich manchmal unerträglich hier", berichtet eine Angestellte des Parkhausbetreibers. Das City-Parkhaus liegt direkt neben dem Szene-Treffpunkt.

"Nicht nur Herr Tellmann vom Möbelhaus muss täglich die unappetitlichen Hinterlassenschaften der Obdachlosen und Junkies beseitigen, wir müssen das auch", sagt die Parkhaus-Mitarbeiterin. Regelmäßig werde das Parkhaus als Toilette missbraucht. Der Gestank sei unerträglich. Ein Kollege kann ihr nur beipflichten: "Da wird einem richtig schlecht." Zwar gebe es Überwachungskameras an der Ein- und Ausfahrt sowie an den Automaten, dennoch gelinge es den Obdachlosen und Junkies immer wieder, sich Zugang zu verschaffen. Manchen würden auch die Kameras nichts ausmachen.

"Die pinkeln glatt davor", sagt ein Mitarbeiter. "Andere kommen hier rein und setzen sich einen Schuss. Es ist gar nicht lange her, dass ich auf drei Männer mit heruntergelassenen Hosen stieß, die sich gerade ins Bein spritzen wollten", berichtet der Mitarbeiter. Kunden sei schon ähnliches passiert. "Einige haben daraufhin erklärt, sie kommen nicht mehr." Die Angestellten des Parkhaus-Betreibers sind es leid, immer wieder den Dreck wegzumachen und die gebrauchten Spritzen einzusammeln. Ein Mitarbeiter fand sogar schon einmal fünf Gramm Heroin. Es war nicht das erste Mal, dass er zur Polizei ging.

Aus lauter Verzweiflung gießen die Mitarbeiter regelmäßig Wasser über die Stufen im Treppenhaus, "damit sich die Obdachlosen und Junkies dort nicht hinsetzen. Aber auch das macht manchen nichts aus". Alle Parkhaus-Mitarbeiter sind sich einig: "Hier muss etwas geschehen." Doch das scheint schwierig: "Polizei, Ordnungsdienst und Streetworker sind regelmäßig vor Ort", sagt Stadtsprecher Walter Schröders. Er versteht den Ärger von Möbelhausbesitzer Tellmann und den Parkhausmitarbeitern. "Aber wenn wir die Drogenabhängigen und Obdachlosen vertreiben, verlagert sich nur das Problem", sagt er.

(RP/rl)
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