Mönchengladbach: Nobelpreisträger Thomas Südhof spricht in der KFH über das Hirn

Mönchengladbach : Nobelpreisträger Thomas Südhof spricht in der KFH über das Hirn

Der Neurowissenschaftler ist am 29. August in der KFH. Der Initiativkreis hat ihn eingeladen. SMS Meer-Geschäftsführer Torsten Heising ist Schirmherr.

Bald nach den Sommerferien besucht der nächste Nobelpreisträger die Stadt. Am Freitag, 29. August, 20 Uhr, hält der Neurowissenschaftler Professor Dr. Thomas Südhof einen Vortrag in der Kaiser-Friedrich-Halle. Die Veranstaltung der von der Marketing-Gesellschaft (MGMG) betreuten Reihe "Nobelpreisträger in Mönchengladbach", die um 20 Uhr beginnt, wird vom Initiativkreis Mönchengladbach ermöglicht.

2013 wurde dem gebürtigen deutschen Medizinwissenschaftler Professor Dr. Thomas Südhof gemeinsam mit den beiden US-Forschern James Rothman und Randy Schekman der Nobelpreis für Medizin verliehen. In Mönchengladbach erklärt Thomas Südhof, für welche Entdeckung sie die begehrteste Auszeichnung der Welt erhielten. Der Titel seines Vortrags lautet: "Mein Weg nach Stockholm: Hirnforschung im 21. Jahrhundert".

1986: Am Medical Centre in Dallas baut der zu diesem Zeitpunkt bereits seit drei Jahren in den USA lebende Südhof sein eigenes Labor auf. Er wendet sich der Erforschung des Gehirns zu, will wissen, wie dort Zellen Stoffe transportieren, damit das System Mensch leben kann. Doch wie Nervenzellen miteinander kommunizieren, ist zu dieser Zeit nur in groben Zügen bekannt. Dabei ist diese Kommunikation von Milliarden Nervenzellen ein fundamentaler Prozess, der für alle Hirnfunktionen wichtig ist, vom Laufen und Sprechen bis zur Erinnerung und zum Bewusstsein. Man weiß lediglich, dass, sobald ein elektrisches Signal eine Verbindungsstelle (Synapse)zwischen zwei Nervenzellen erreicht, eine Zelle einen Botenstoff aussendet, die ihre Nachbarin erkennt. Südhof will wissen, wie die Nervenzellen das präzise und innerhalb von Millisekunden schaffen. Er sucht nach den Eiweißen, die diesen Prozess steuern. Und findet sie.

Dass Forscher heute eine sehr genaue zeitliche und räumliche Vorstellung davon haben, was mit den Botenstoffbläschen in den Synapsen passiert, ist sein Verdienst und das seiner Kollegen Randy Schekman und James Rothman, mit denen er für die Entdeckung 2013 gemeinsam den Medizin-Nobelpreis erhielt. Südhof fasst die Entdeckung bescheiden zusammen: "Unsere Forschung zeigte, dass die zur korrekten Zellkommunikation nötige Maschinerie nicht besonders kompliziert ist. Es sind ein paar Eiweiße, die zusammenarbeiten. Wir haben untersucht, wo und wie sie das tun."

Den Abend moderiert der bekannte Journalist Sven Lorig. Schirmherr ist Torsten Heising, Geschäftsführer SMS Meer und persönliches Mitglied im Initiativkreis Mönchengladbach.

(ri)
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