Mönchengladbach: Nickelback ganz nah bei den Fans

Mönchengladbach : Nickelback ganz nah bei den Fans

Die Rockstars aus Kanada holten vor 8000 Zuschauern im Sparkassenpark sogar einige Fans zu ihnen auf die Bühne.

Sechs Stunden und 30 Minuten hat Maria Blume in der Hitze vor dem Eingang des Sparkassenparks gewartet. Ganze sieben Stunde hat sie an den Tagen zuvor an ihrem Plakat gearbeitet. Zudem ist die 26-Jährige um 4.30 Uhr morgens aus ihrer Heimatstadt Minden aufgebrochen. Die Belohnung: "Rockstar" gemeinsam mit ihren vier kanadischen Idolen vor 8000 Menschen singen. "Es war unbeschreiblich, ich habe dafür gebetet", sagt Maria nach dem Konzert. Vor lauter Aufregung stellt sie sich auf der Bühne den Rockstars aus Kanada um Frontmann Chad Kroeger mit einem kurzatmigen "Nervous" - also "nervös" - statt ihrem Namen vor, was die ohnehin ausgelassene Stimmung an diesem sonnigen Abend nur noch weiter steigen lässt. Mit ihrem neuen Album "Feed the Machine" im Gepäck war die kanadische Rockband Nickelback erstmalig zu Gast in Mönchengladbach und servierte der Menge ihren unverwechselbaren Stadionrock, gute Stimmung und Aktionen mit den Fans.

Maria Blume zeigt ihr Plakat mit der Bitte: "Lasst uns auf die Bühne." Ihr Traum wurde wahr. Christine Zydat bekam die Drumsticks von Daniel Adair. Foto: Dominik Lauter

"Wie wäre es mit einem Song für die Ladies?", ruft Frontman Chad Kroeger nach den ersten beiden Liedern in die euphorische Menge. "Wir lieben es, wenn Frauen jubeln, dass ist das schönste Geräusch", lautet der Satz, der zeitgleich tausende Frauen im Stadion aufschreien lässt. Es folgt "Photograph": Ein ruhigeres Stück, das viele Fans wohl in Erinnerungen schwelgen lässt. Textsicher und mit rhythmischem Klatschen wird spätestens von da an jedes Lied und jedes Solo von Schlagzeuger Daniel Adair begleitet - bald auch auf der nicht voll ausgelasteten Tribüne. Musikalisch stehen an diesem Abend eher die guten alten Zeiten im Vordergrund als das aktuelle Tour-Album. Und das kommt auch super an, wie bei Joachim Magass: "Das ist mein fünftes Nickelback-Konzert. Musikalisch ist jedes auf seine Art gut gewesen", ist er sich sicher. Für ihn macht es die Mischung aus den neuen Liedern und den Klassikern, an die man sich gerne erinnert. Die vier Jungs zeigen sich musikalisch variabel. Oft werden die Instrumente gewechselt. Mal spielt Ryan Peake eine Akustik-Gitarre, mal ein Klavier.

In den kurzen Pausen zwischen den Liedern übernimmt vor allem Chad die Unterhaltung, zeigt sich charismatisch und den Fans nah. Besonderen Gefallen finden die Kanadier an den aufwendig gestalteten Plakaten einiger Fans, wie das einer Frau mit der Aufschrift "Ich liebe euch mehr als Bier" oder eben das von Maria Blume, das ihr und zwei weiteren eingefleischten Fans den Zugang auf die Bühne sichert. Gemeinsam singen sie den Song "Rockstar", einen der größten Hits der Band. Ein sicherlich unvergessliches Erlebnis. Bei dieser Stimmung und dem sonnigen Wetter ist es kein Wunder, dass nach dem vermeintlichen Ende mit "How you remind me" keiner nach Hause gehen will. Lange lassen sich die vier Rocker nicht bitten und legen noch eine Zugabe oben drauf.

Nickelback ist ein wahres Phänomen. Dem Titel einer verpönten Rockband, dem man im Internet seit Jahren immer wieder begegnet, stehen sagenhafte Erfolge gegenüber. Seit der Gründung im Jahr 1995 im kanadischen Hanna in Alberta, räumte die Band viele renommierte Auszeichnungen der Branche ab. Über 50 Millionen verkaufte Tonträger, vier Billboard Music Awards, zwölf kanadische Juno-Awards sowie dem Comet vom deutschen Musiksender Viva folgten auf die vielen Goldenen und Platinen Schallplatten in vielen Ländern auf der ganzen Welt. Damit gehört Nickelback zu den erfolgreichsten Bands unserer Zeit. Und dementsprechend feierten die Fans auch jedes einzelne Lied.

Für Mandy, Colina und Gabriela ist klar: "Kommt Nickelback wieder in die Region, sind wir auf jeden Fall wieder mit dabei." Das Besondere: Hier gehen drei Generationen gemeinsam auf das Rock-Konzert - also Enkelin, Mutter und Oma. Dafür haben sie sich extra eigene Shirts drucken lassen und drei pinke Hüte als Sonnenschutz dabei. Auch für das nächste Mal sicherlich ein super Konzert-Outfit.

(dola)