Neues Polizeipräsidium Mönchengladbach eröffnet

Mönchengladbachs neues Polizeipräsidium : Neues Polizeipräsidium feierlich eröffnet

Die Polizei ist umgezogen. Nach 14 Jahren Planung und vierjähriger Bauzeit wurde im neuen Präsidium an der Krefelder Straße der Betrieb aufgenommen. Zur Eröffnungsfeier brachte der Innenminister ein Pilotprojekt mit.

Kaum aus dem Auto gestiegen, war Herbert Reul schon voller Begeisterung: „Ich habe gedacht, ich komme zu einer Polizeiwache. Das ist ja hier ein Palazzo.“ Wer die Räume im alten Polizeipräsidium an der Theodor-Heuss-Straße kennt, kann dem NRW-Innenminister nur beipflichten. Im neuen Gebäude gibt es einen großzügigen Empfangsbereich, helle Büros, eine Leitstelle mit modernster Technik und Laborräume für die Kriminaltechnische Untersuchungsstelle, die „selbst den Kollegen vom LKA die Freudentränen in die Augen treiben würden“, wie der Personalratsvorsitzende Olaf Schulze sagte.

Rund 78 Millionen Euro investierte der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) in Gebäude, Technik und Erschließungsmaßnahmen. Der fünfgeschossige, 160 Meter lange Neubau hat einen barrierefreien Haupteingang, einen großen Innenhof, eine öffentliche Kantine mit 220 Plätzen, und seitlich hinter dem Gebäude stehen 441 Parkplätze zur Verfügung.

Ein Blick in die neue Leitstelle mit modernster Technik. Foto: Gabi Peters

„Ästhetisch und funktional – einfach großartig“ findet Polizeipräsident Mathis Wiesselmann das neue Präsidium. Das liegt jetzt nicht mehr mitten in der Stadt, sondern im Nordosten. „Die Neuwerker finden das gut. Ich weiß aber nicht, wie die Leute im Süden der Stadt das sehen“, sagte Wiesselmann. Aber er versprach, dass Rheydt ein starker Wachstandort bleibe. Die dortige Dienststelle werde nur während der Renovierung nicht besetzt sein. Zudem blieben die Bezirksdienststellen erhalten, „selbst die in Neuwerk“, sagte Polizeibeiratsvorsitzender Frank Boss.

Noch sind nicht alle Polizeidienstmitarbeiter umgezogen. Etwa ein Drittel packt noch am alten Standort die Umzugskartons ein. Aber der überwiegende Teil hat bereits die neuen Büros bezogen. Die Leitstelle, in der die Notrufe auflaufen, nahm am Dienstag um 14.45 Uhr den Betrieb im neuen Gebäude auf. Der Umzug musste nahtlos vonstatten gehen, und der Polizeipräsident wollte der Erste sein, der dort anruft. „Ich habe die 110 gewählt und landete noch in der alten Leitstelle“, sagte Wiesselmann. So wurde ein anderer der erste Anrufer in der Einsatzzentrale. Die ist jetzt mit der allerneuesten Technik ausgestattet. Über große Videoleinwände können die Beamten das Polizeigelände an der Krefelder Straße überwachen und sich Bilder aus der Altstadt ansehen.

Im neuen Polizeigewahrsam hat sich die Zahl der Zellen verdoppelt. Foto: Reichartz,Hans-Peter (hpr)

Aber es gibt noch eine Neuheit für die Mönchengladbacher Polizei. Die Nachricht vom NRW-Pilotprojekt brachte Innenminister Reul mit. Streifenwagen sollen mit GPS-Technik ausgestattet werden. So kann kontinuierlich in die Leitstelle übermittelt werden, wo sie sich gerade befinden. Die Position der Fahrzeuge wird fortlaufend auf einer digitalen Karte angezeigt. „Auf diese Weise kann man schneller reagieren und die sich in der Nähe befindenden Streifenwagen am schnellsten zum Einsatzort lotsen“, erklärte Reul.

Minister Herbert Reus (r.) mit Polizeipräsident Mathis Wiesselmann. Foto: Reichartz,Hans-Peter (hpr)

Zur feierlichen offiziellen Eröffnung des Polizeipräsidiums war am Mittwoch reichlich Prominenz erschienen. Darunter auch der Vorgänger von Mathis Wiesselmann. Hans-Hermann Tirre hatte als Polizeipräsident noch die Grundsteinlegung und das Richtfest des neuen Präsidiums miterlebt, sein Büro blieb aber bis zu seiner Pensionierung an der Theodor-Heuss-Straße. Das neue Polizeipräsidium war eben lange eine unendliche Geschichte, die dann doch ein Happy End fand.