Mönchengladbach: Neues Parkhaus für 666 Räder

Mönchengladbach : Neues Parkhaus für 666 Räder

Die Stadt will am Gladbacher Hauptbahnhof eine 1,15 Millionen Euro teure Radstation bauen. Dafür braucht sie 750 000 Euro vom Land. 400 000 Euro müsste die verschuldete Stadt jedoch selbst übernehmen.

In Rheydt boomt sie seit Jahren und wenn es nach dem Willen der Stadt geht, soll auch am Gladbacher Bahnhof im nächsten Jahr vielen Pendlern mit einer Radstation geholfen werden. Die wünschen sich das seit Jahren, denn noch immer werden am Europaplatz regelmäßig Fahrräder geklaut. Nachdem die Sanierung des Bahnhofs im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde, könnte der Bau der Radstation theoretisch im kommenden Jahr beginnen.

Allerdings ist die Finanzierung des Projekts noch nicht gesichert. Denn so ein "Parkhaus für Fahrräder" kostet rund 1,15 Millionen Euro. Ebenso wie die Station in Rheydt soll auch die Gladbacher Station aus dem NRW-Förderprogramm "100 Radstationen" gefördert werden. Bei einer möglichen Bewilligung steht eine Summe von 750 000 Euro in Aussicht. Die restlichen 400 000 Euro müsste die Stadt dann selbst aufbringen.

Der Förderantrag soll noch in diesem Monat beim Land gestellt werden. Stadtsprecher Wolfgang Speen sagte gestern, er gehe stark davon aus, dass die Stadt die Fördermittel erhält. Der Vergabeausschuss hat bereits einen Auftrag für die Bauplanung an ein Mönchengladbacher Architekturbüro vergeben, nach dessen Plänen bereits die Radstation am Rheydter Bahnhof errichtet wurde. Die neue Station soll 666 Plätze haben, das sind rund dreimal so viele wie in Rheydt. Entstehen soll sie zwischen dem Bahnhof und dem Parkhaus auf dem Europaplatz.

Die neue Radstation soll – wie die in Rheydt – von der Diakonie betrieben werden, die auf diesem Weg schwer vermittelbare Jugendliche ins Berufsleben eingliedern will. Erwin Konvalinka, Koordinator der Rheydter Station, berichtet von einer sehr guten Auslastung der Station: " Zur Zeit haben wir auf unseren 206 Stellplätzen 73 Prozent Dauerparker. Auch die restlichen Plätze sind fast täglich komplett belegt." Tagesparker zahlen in Rheydt 70 Cent pro Tag, Dauerparker können sich zwischen einer Monatskarte für 7 Euro und einer Jahreskarte für 70 Euro entscheiden.

An der Radstation gibt es auch eine kleine Werkstatt, in der die Radfahrer beispielsweise einen Schlauch wechseln lassen können. Diese Einrichtung soll es auch in Gladbach geben. "Kompliziertes müssen wir natürlich dem Fahrradhändler überlassen, aber kleinere Servicearbeiten dürfen wir übernehmen", sagt Konvalinka. Außerdem kann man gegen kleines Geld sein Rad putzen lassen.

Zur Zeit arbeiten 15 Jugendliche und zwei Erwachsene in der Station. Von einem Neubau in Gladbach verspricht sich Konvalinka Synergie-Effekte: "Zu Spitzenzeiten, wie bei den Borussia-Spielen, könnten wir schnell ein paar Leute aus Gladbach anfordern oder umgekehrt". Er hofft darauf, dass die Bahn dann kostenlose Tickets für die Strecke zwischen den Bahnhöfen für die Mitarbeiter bereitstellt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Dreckige und kaputte Bahnhöfe in der Region

(RP/rl)
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