Mönchengladbach: Neues Café gegenüber von St. Josef soll "kleines Zentrum" beleben

Mönchengladbach : Neues Café gegenüber von St. Josef soll "kleines Zentrum" beleben

Das hat Gastronom Holger Böker in seiner beruflichen Laufbahn auch noch nicht erlebt: Sein neues Café Josef gegenüber der Kirche St. Josef in Rheydt bekam zur Eröffnung am Samstag den geistlichen Segen von Pfarrer Klaus Hurtz.

Böker betreibt bereits in Rheydt das "Richard Wagner" und das Theatercafé "Linol". Die Idee für ein Café nahe der Kirche hat sich aus dem Kontakt mit der Seelsorgerin Ute Errens und der Verwalterin der Grabeskirche St. Josef in Rheydt, Sabine Vennen, entwickelt. "Die Menschen brauchen einen Ort, um sich zu treffen", sagt Vennen. Und auch einen Ort für den Beerdigungskaffee. Aber weit und breit um die Keplerstraße herum gibt es nichts dergleichen. Also wurde Böker ins Boot geholt und wurde die "Gerümpelbude", wie er den leerstehenden Raum nennt, leergeräumt und mit Unterstützung der Gemeinde saniert, renoviert und geschmackvoll eingerichtet. Auf den Fensterbänken liegen Kissen für Kinder, eine Spieleecke ist eingerichtet, genauso wie eine gemütliche Leseecke mit alten Sofas und altertümlichen Leselampen. "Wenn ich etwas mache, dann auf einem vernünftigen Niveau", sagt Böker. Also wird auch im Café Josef frisch und nachhaltig gekocht. Noch sind die Öffnungszeiten überschaubar: Mittwochs von 12 bis 17 Uhr und freitags sowie samstags von 15 bis 18 Uhr, aber bei Bedarf kann sich das ändern. Gruppen ab zehn Personen können nach Absprache sowieso zu jedem Zeitpunkt in das Café. Zur Eröffnung jedenfalls war es sehr gut besucht.

Gleichzeitig gab es ein Quartiersfest rund um die Kirche. Der Turm durfte begangen, die Ausstellung in der Kirche besucht werden. Während draußen und im Café die Kinder spielten, fanden zwischen den Erwachsenen die Diskussionen um die Zukunft statt. "Wenn ich die Mönchengladbacher Innenstadt lebendig erhalten möchte, muss ich auch die kleinen Quartiere stärken", erklärte Kajetan Lis, der Koordinator für Stadterneuerung und Projektleiter "Soziale Stadt Rheydt". Seit 2010 ist der Stadtteil in das Städtebauförderungsprogramm "Soziale Stadt" aufgenommen worden. In diesem Rahmen soll sich, so Lis, in den kommenden drei Jahren noch einiges in diesem "kleinen Zentrum" tun: Der Spielplatz vor der Kirche wird modernisiert, wobei die auf klassischen Spielplätzen übliche Alterstrennung aufgehoben werden soll, er soll besser ausgeleuchtet und transparenter werden, was bedeutet, dass einiges an Wildwuchs verschwinden wird. In den umliegenden Straßen sollen der Verkehr beruhigt und mehr Platz für die Fußgänger geschaffen werden. Dies alles natürlich in enger Zusammenarbeit mit den Bewohnern des Viertels. Viele Gespräche haben bereits stattgefunden.

Ein Projekt wird schon im kommenden Jahr fertig werden: Der Schulhof des Förderzentrums Süd auf der Frankfurter Straße wird modernisiert und für die Öffentlichkeit geöffnet.

(b-r)
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