Mönchengladbach: Neuer Rundweg zur Altstadt-Historie

Mönchengladbach : Neuer Rundweg zur Altstadt-Historie

Schon bald sollen 23 Schautafeln in der Altstadt über die Geschichte Gladbachs aufklären. Nun stellten die Macher das Konzept in der Bezirksvertretung Nord vor. Sie hoffen, Ende des Jahres die ersten Säulen aufstellen lassen zu können.

Eine solch parteiübergreifende Zustimmung gibt es in der Bezirksvertretung Nord nicht jeden Tag. "Ein tolles Projekt", befand CDU-Fraktionssprecher Michael Weigang. "Mir als Historiker geht da besonders das Herz auf." Claus Flören von den Grünen betonte ausdrücklich, wie sehr er sich dieser Meinung anschließen könne. "Vorbildlich recherchiert", sagte Flören, als er an der Reihe war. Das Lob galt Stadtarchivar Christian Wolfsberger und Ingenieur Taco de Marie.

Jene haben jetzt in der Bezirksvertretung das von Unterer Denkmalschutzbehörde, Stadtarchiv und dem Fachbereich Stadtentwicklung und Planung gemeinsam entwickelte Konzept für einen Altstadtrundweg vorgestellt. "Die Gladbacher haben ein Interesse an ihrer Stadtgeschichte", stellte Christian Wolfsberger gleich zu Beginn der Präsentation fest. Dieses Interesse wollen die Macher weiter nähren.

23 Infotafeln sollen schon bald in und um die Altstadt stehen, vom Markttor bis zum Weyertor, am Rathaus Abtei, ebenso am Münster oder der ehemaligen Hauptpfarrkirche. 16 Tafeln sollen entlang der mittelalterlichen Stadtmauer die einstigen Grenzen und Außenposten Gladbachs vor Augen führen. Sieben weitere Tafeln sollen im Altstadtkern an denkmalgeschützten Gebäuden die innerstädtischen Entwicklungen aufzeigen. Und zum Abgleich mit dem Jetzt einladen.

Die Tafel etwa, die künftig in der Nähe des Gasthauses St. Vith stehen soll, ziert noch die Strichzeichnung einer eng bebauten Innenstadtfläche. "Heute hingegen steht das Gebäude relativ frei", sagt Taco di Marie.

Ergänzt werden die Strichzeichnungen, die auf jeder Tafel einen Blick in die Vergangenheit gewähren, durch eine Übersichtskarte gleichen Stils sowie einen kurzen Informationstext. "Das sollen jeweils nicht mehr als zehn Zeilen werden", sagt Christian Wolfsberger, "viel mehr nimmt man an einer solchen Tafel nicht auf." Weitere Informationen können mittels QR-Code - ein Symbol am Tafelrand, dass mit dem Smartphone ausgelesen werden kann - angefordert werden. Das Handy wird so zum Audioguide, der auch in Fremdsprachen angeboten werden soll.

Die Tafeln sind in einer kindgerechten Höhe von einem Meter geplant, und werden im oberen Bereich "pultartig" angeschrägt. Die Säulen sollen aus Cortenstahl gefertigt werden, die Info-Plaketten aus widerstandsfähigem Aluminium. Finanziert wird das Projekt aus den Hinterlassenschaften des Bürgervereins Mönchengladbach, der einst den Benediktpreis stiftete, mittlerweile aber aufgelöst ist. Weitere Sponsoren werden gesucht.

Flankiert wird das stadtgeschichtliche Angebot durch eine Übersichtstafel, der Standort steht zurzeit noch nicht fest. Möglichst prominent sollte der Ort sein, befanden die Rundweg-Macher. In der Bezirksvertretung mangelte es nicht an Denkanstößen.

Bezirksvorsteher Herbert Pauls (CDU) schlug prompt einen Platz am Geropark vor. In der SPD regte sich Widerspruch: Ein Standort am alten Markt wäre jawohl deutlich attraktiver. Ob des lieben Friedens willen ruderte Pauls gleich zurück. Er wollte die Stimmung nicht kaputt machen. "Es war ja bloß ein Vorschlag."

(RP)
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