Mönchengladbach: Neuer Millionen-Fonds für Existenzgründer

Mönchengladbach: Neuer Millionen-Fonds für Existenzgründer

Ein "Seed-Fonds" soll Fördermittel von der NRW-Bank und weiteren Investoren an Gründer in der Stadt verteilen. Die Rede ist von 20 Millionen Euro.

Wenn kluge Köpfe mit guten Ideen ihr eigenes Unternehmen gründen, dann stehen praktisch alle vor demselben Problem: Sie brauchen einen Geldgeber. Die Suche nach Investoren hat es sogar als eine Art Casting-Show bereits zum TV-Format gebracht. Wenn sich irgendwo eine kreative Gründerszene etablieren soll, dann ist die Frage nach dem Wagniskapital im Grunde mit entscheidend. Start-ups und Gründer sollen in Mönchengladbach künftig leichter an Startkapital kommen. Wie die Stadtsparkasse Mönchengladbach kürzlich am Rande der Bilanzpressekonferenz erklärte, verhandelt das Institut derzeit über eine Beteiligung an einem neuen sogenannten Seed-Fonds für die Region. "Wir wollen die Gründungs- und Innovationskultur in unserer Stadt weiter fördern", sagte Antonius Bergmann, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse.

Die Seed-Fonds-Initiative stammt von der NRW-Bank, die dafür insgesamt 60 Millionen Euro bereitgestellt hat. Mit dem Geld sollen elf regional ausgerichtete Fonds ausgestattet werden - Voraussetzung ist, das mindestens dieselbe Summe noch einmal von lokalen Akteuren aufgebracht wird. Für Mönchengladbach ist laut Bergmann derzeit ein Volumen von 20 Millionen Euro im Gespräch. Ähnliche Fonds gibt es etwa bereits in Aachen, Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Rheinland und im Münsterland. Sie alle bekommen bereits Kapital von der NRW-Bank, um in junge, aufstrebende Gründer und ihre Ideen zu investieren.

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Die Seed-Fonds funktionieren so: Technologieorientierte junge Unternehmen (sie dürfen nicht älter als eineinhalb Jahre sein) und Existenzgründer können laut NRW-Bank bis zu 500.000 Euro Förderung bekommen. Der Fonds sichert sich so eine Minderheitsbeteiligung an dem Start-up. Die Unternehmen müssen in der Region Mönchengladbach ansässig sein und in der Informations- und Softwaretechnologie, der Mikro- und Nanotechnologie, der Biotechnologie und Robotertechnik, der Umwelttechnologie und alternative Energie sowie Maschinenbau, Life Sciences und Medizintechnik, Kommunikationstechnologie, Ingenieurwissenschaft oder Verfahrens- und Automatisierungstechnik tätig sein. Weitere Voraussetzung ist, dass der oder die "Know-How-Träger" (also in der Regel der Gründer) in dem Unternehmen eingebunden sein und auch einen finanziellen Eigenbeitrag leisten muss. Dann entscheidet der Fonds - der in der Regel auch noch seinen eigenen Namen bekommt - über Förderung oder nicht. Genauere Details etwa zur Bewerbung und den nötigen Unterlagen wollen die Beteiligten nach Abschluss der Verhandlungen veröffentlichen.

"Neue Ideen bringen nicht sofort Geld, sondern oft erst nach drei, vier oder fünf Jahren Erträge", sagte Bergmann. "Wir wollen Gründer bei der Fertigstellung der Idee abholen und ihnen bis zur Markteinführung helfen." Ob dann am Ende Ertrag herauskommt, ist am Anfang auch nicht klar. Dafür steht auch der Name "Seed" (englisch für Samen): Die Saat wird anfangs mit dem Startkapital gelegt, und wo sie aufgeht, stellt sich erst später heraus. Es handelt sich eben um eine Risikokapital-Finanzierung. Und das ist eines der größten Probleme von Start-ups: an Wagniskapital zu kommen. Neben der Stadtsparkasse Mönchengladbach und einer weiteren Sparkasse ist auch noch ein privater Investor an den Gesprächen beteiligt. "Wir sind zuversichtlich, dass wir das Konstrukt an den Start bringen können", sagte Bergmann.

(RP)