Mönchengladbach: Neue rechtsextremistische Gruppe in der Stadt aktiv

Mönchengladbach : Neue rechtsextremistische Gruppe in der Stadt aktiv

Die Bewegung bezeichnet sich als "weder links noch rechts, sondern identitär" und verspricht, was Jugendliche sich wünschen: gesellschaftlichen Wandel, Demokratie, Werte, Identität.

Doch in Wirklichkeit werden via Facebook in geschickter Verpackung antiislamische Parolen und nationalistisches Gedankengut verbreitet. Seit Herbst vergangenen Jahres gibt es auch eine Gruppe der "Identitären Bewegung" in Mönchengladbach.

Wie viele Menschen ihr angehören, ist ungewiss. Fakt ist, dass es eine Facebookseite der "Identitären Bewegung" für Mönchengladbach und den südlichen Niederrhein gibt. Wer dahinter steckt, ist nicht bekannt. Die Polizei beobachtet das Phänomen seit einigen Monaten. "Es gibt von der Gruppe keine eigenständigen Aktionen, aber wir kennen und verfolgen die Aktivitäten im Internet", sagt Polizeisprecher Willy Theveßen.

Dort werden Fotos, Videos und Nachrichten der Bewegung aus ganz Deutschland gepostet. Alles ist bewusst jugendlich aufgemacht. "Jung, patriotisch, sexy" heißt ein Spruch auf der Seite. Und als Ziel wird genannt: "Unser Einsatz gilt dem Erhalt unseres kulturellen Erbes, unserer Identität und unseres Volkes. Wir möchten nicht als Deutsche in einem Multikultiutopia abgewickelt werden. Wir möchten unsere Zukunft selber in die Hand nehmen und uns nicht von politischen Opportunisten führen lassen."

Aber auch ganz gezielt aus Mönchengladbacher Sicht wird gepostet: Da wird zum Beispiel von einem Spaziergang durch Rheydt berichtet, der überhaupt nicht angenehm sei, weil gefühlte 60 Prozent der Menschen dort nicht-deutscher Abstammung sind. Und aus einem Polizeibericht über eine versuchte Vergewaltigung in Odenkirchen wird besonders hervorgehoben, dass der Täter ein Asylantragsteller ist.

Über die "Identitäre Bewegung" als neuer Hype in der extremen Rechten wollen die Falken und die Verdi-Jugend in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland und der IG Metall Mönchengladbach am Donnerstag, 24. Oktober, im DGB-Haus an der Rheydter Straße informieren. Ab 18.30 Uhr spricht der Referent David Begrich zu der Bewegung, die ursprünglich aus Frankreich kommt und die sich dort "Bloc identitaire" nennt.

(RP)