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Mönchengladbach: Neue Halle in Gladbach?

Mönchengladbach : Neue Halle in Gladbach?

Der Rhein-Kreis Neuss möchte zusammen mit Mönchengladbach eine neue Halle mit bis zu 4000 Plätzen bauen. Spielen könnten dort auch die Spieler des TV Korschenbroich. Wer die Halle bezahlen soll, ist aber noch unklar.

Der Rhein-Kreis Neuss ist weiter damit beschäftigt, den Neubau einer Veranstaltungshalle vorzubereiten. Und offenbar haben die Entscheidungsträger aus dem Kreis ihre Fühler nun auch nach Mönchengladbach ausgestreckt. Nach RP-Informationen besuchten in der vergangenen Woche zwei Vertreter des Kreises den Mönchengladbacher Sport- und Kulturdezernenten Dr. Gert Fischer.

Thema der Unterredung: Der gemeinsame Neubau einer Halle mit einer Kapazität zwischen 3000 und 4000 Besuchern. Eine interkommunale Partnerschaft steht im Raum. Der zuständige Dezernent des Rhein-Kreises, Jürgen Steinmetz, erklärte dazu lediglich, man müsse sich nach Synergien umschauen, wenn man sich mit so einem Thema beschäftige. Fischer äußerte sich ebenfalls bedeckt: "Eine Partnerschaft mit Nachbarkommunen ist prinzipiell immer interessant", so Fischer. Alles Weitere müsse man in Ruhe abwarten.

Gladbach kann Halle gebrauchen

Dass der benachbarte Rhein-Kreis Neuss sich bereits länger mit dem Bau einer Halle beschäftigt, ist ein offenes Geheimnis. Ursprünglich waren die Zweitliga-Handballer des TV Korschenbroich auf der Suche nach einer neuen Spielstätte, die dem Verein Mehreinnahmen erlaubt, um irgendwann in noch höhere Dimensionen vorzustoßen.

Die Idee traf beim Kreis auf Gegenliebe. Auch in Mönchengladbach wurden vermehrt Stimmen nach einer geeigneteren Veranstaltungsstätte laut, als der Besuch des Dalai Lama in einem mäßig geeigneten Flughafen-Hangar oder der Vortrag Kofi Annans vor nur 900 Zuhörern in der Kaiser-Friedrich-Halle stattfinden mussten.

In Neuss machten die Entscheidungsträger bereits Ernst und gaben vor einem Jahr eine Machbarkeitsstudie über einen Arena-Neubau in Auftrag. Das Ergebnis: Die Analysten sehen in der Region durchaus Bedarf für eine Halle mit 3000 bis 4000 Plätzen. Sie wird als wirtschaftlich tragfähig eingestuft, wenn ein Ankermieter die Hauptnutzung übernimmt und zusätzlich weitere sportliche und kulturelle Veranstaltungen eingebracht werden. "Wir werden die Ergebnisse in die Beratungen einführen", sagte Jürgen Steinmetz gestern auf Anfrage. "Im Moment gibt es aber andere Prioritäten. Mit diesem Thema werden wir in Zukunft behutsam umgehen."

Damit ist allerdings noch kein Wort über die Finanzierung eines Neubaus gesagt. Klar ist, dass eine entsprechende Halle mehr als zehn Millionen Euro kosten würde. In Wetzlar verschlang der Bau einr vergleichbaren Halle einst 16 Millionen Euro. Geld, das die Stadt und auch der Rhein-Kreis nicht haben. Einzig ein privater Investor könnte die Kosten übernehmen. Das würde allerdings wohl nur zu Stande kommen, wenn sich der Bau im Vorfeld als rentabel darstellt.

(RP)