Mönchengladbach: Neue Erdgasleitung quer durchs Rheinland soll 2021 in Betrieb gehen

Mönchengladbach: Neue Erdgasleitung quer durchs Rheinland soll 2021 in Betrieb gehen

Seit gut zwei Jahren befassen sich Entscheidungsträger mit dem Mega-Projekt. Es verschlingt rund 600 Millionen Euro. Vorgesehen ist der Bau der Trasse mit dem Projektnamen "Zeelink 1" quer durch NRW. Das Vorhaben streift Mönchengladbach bei Wickrath und Odenkirchen, führt auf Jüchener Gemeindegebiet durch Hochneukirch. Von dort aus geht's durch den südlichen Teil Korschenbroichs. Die Pipeline kommt entlang der L 32 nach Glehn, um nahe Birkhof den Anschluss nach Kaarst zu schaffen.

Der Grund Energiearmes Erdgas (LGas, Low-Caloric-Gas), das sechs Millionen deutsche Haushalte nutzen, wird bis 2030 kaum noch gefördert. Stattdessen wird H-Gas (High- Caloric-Gas) geliefert. Doch passende Leitungen fehlen. "Zeelink" schließt diese Lücke.

Der Name "Zeelink" weist auf die Verbindung zwischen dem deutschen Gasnetz mit dem belgischen Netz und dem Flüssig-Erdgas-Terminal in Zeebrügge hin.

Die Strecke Die Zeelink GmbH & Co. KG plant den Bau der kapazitätsstarken Erdgasfernleitung auf der Strecke von Lichtenbusch über Glehn, Sankt Hubert bis nach Legden. Die geplante Trasse hat eine Gesamtlänge von 215 Kilometern. Die Flächen Der Vorzugskorridor verläuft größtenteils über landwirtschaftliche Flächen.

Die Landwirtschaft Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt ist nicht wirklich begeistert über das Vorhaben. Er spricht von "einem erheblichen Eingriff in unsere Grundstücke, aber ich sehe auch, dass die Trasse unverzichtbar ist". Und weiter sagt Wappenschmidt, der selbst in Höhe der Ortschaft Glehn betroffen ist: "Es ist aber insgesamt sinnvoll, die Erdgasversorgung für die Region so sicherzustellen."

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Der Rahmenvertrag Den zwischen der Projektgesellschaft und dem Westfälischen Landschaftsverband geschlossenen Rahmenvertrag begrüßt Wappenschmidt. Was ihm bei der vorgesehenen Abfindung aber fehlt, ist eine regelmäßige Zahlung vergleichbar mit einer Pacht. "Aktuell gibt es für die Landwirte lediglich eine einmalige finanzielle Entschädigung. Für die Betriebe müsste es für die betroffenen Flächen eine wiederkehrende Zahlung geben."

Die Eigentümer Erste Kontakte gibt es bereits. Von der Firma Zeelink beauftragte Ingenieur-Büros stellen den Eigentümern in persönlichen Gesprächen die Rahmenvereinbarungen vor und sprechen die betroffenen Parzellen gezielt an.

Die Planfeststellung Die Betreibergesellschaft hat bei der Bezirksregierung die Planfeststellung beantragt. Das heißt, dass die Unterlagen noch bis 17. Oktober in den Rathäusern von Mönchengladbach, Jüchen und Korschenbroich ausliegen. Bürgereinwände sind vom 18. Oktober bis 2. November möglich.

Der Zeitplan Die gesamte Trasse soll laut Planungen bis Anfang 2021 fertiggestellt sein.

(RP)
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