Mönchengladbach: Naturschützer gegen Rock am Ring im JHQ

Mönchengladbach : Naturschützer gegen Rock am Ring im JHQ

Es ist weiterhin das große Thema in der Stadt: Kommt "Rock am Ring" nach Mönchengladbach oder nicht? Nach dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) meldet sich nun auch der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zu Wort. Tenor: Das JHQ könne "nicht in dieser Form als Festivalgelände befürwortet werden".

Zu laut, zu dreckig, schlicht unverträglich für die Tier- und Umwelt im JHQ und der näheren Umgebung - so kritisiert der Mönchengladbacher NABU die für Pfingsten 2015 geplante Veranstaltung. "Es erstaunt uns, mit welcher Schnelligkeit ein Projekt geplant wird, dessen Umweltverträglichkeit nicht geprüft ist", schreibt NABU-Vorsitzende Ruth Seidel in einem Brief, der der Rheinischen Post vorliegt.

NABU sorgt sich vor allem um seltene Vogelarten wie den Mittelspecht und den Waldlaubsänger, die in den anliegenden Naturschutzgebieten Knippertzbach und Hellbachtal brüteten. "Der geplante Termin 2015 ist mit den Vorgaben des Naturschutzes überhaupt nicht vereinbar", klagt NABU. "In dieser Zeit ist das Brutgeschehen der Vögel auf dem Höhepunkt." Frühestens Ende Juli sei ein Termin denkbar, so der Naturschutzbund. Zuvor allerdings müsste geklärt werden, wie die ganzjährig beheimatete Tierwelt auf die "Lärm- und Lichtbelästigung" reagiere. Und wie verhindert werden kann, dass Müll, Ausscheidungen und defekte Chemietoiletten Giftstoffe in den Boden einwaschen.

Michael Hilgers ist die Kritik nicht neu. "Die Bedenken nehmen wir sehr ernst", sagt der Hockeypark-Betreiber. Die eigens eingerichtete Arbeitsgruppe im Umweltamt nehme sich dessen an, so Hilgers. "Alles, was der gesetzliche Rahmen vorgibt, wird gemacht", sagt Hilgers, der das Festival gemeinsam mit "Rock am Ring"-Gründer Marek Lieberberg nach Mönchengladbach holen möchte.

Auch in der ans JHQ anliegenden Gemeinde Schwalmtal beobachtet man sehr genau, was in Mönchengladbach vor sich geht. "Artenschutz und Naturschutz haben höchste Priorität", sagt Bürgermeister Michael Pesch. Ihm würden vor allem die Bedenken der Schwalmtaler angetragen. Anwohner sorgten sich etwa, dass Unrat in der Landschaft zurückbleibe, wenn der Festival-Tross das Gelände wieder verlassen habe. An der Planung sei man zwar formell noch nicht beteiligt, sagt Pesch. Die Stadt habe der Gemeinde aber "sehr glaubhaft" versichert, sie einzubeziehen, sobald die Pläne konkret würden.

(RP)
Mehr von RP ONLINE