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Nato-Militärwettkampf in Mönchengladbach

Mönchengladbach : Ehrengäste und Polizei in Keller gesperrt

Ungewöhnliche Einlage beim NATO-Militärwettkampf in Rheindahlen und Wegberg. Die Bundeswehr verteidigte von der Leyens Sieger-Teller

Deutschland kann noch gewinnen – wenn auch nicht im Fußballtrikot, so doch in Uniform: Ein vierköpfiges Team des Landeskommandos NRW der Bundeswehr aus Düsseldorf siegte beim „35. Internationalen Mönchengladbacher Militärwettkampf“. Der IMM fand am Wochenende im Süden der Stadt und im Kreis Heinsberg statt. 100 Soldaten, Polizeibeamte, Feuerwehrleute Rotkreuz-Helfer und Angehörige des Technischen Hilfswerks kämpften bei brütender Hitze an zwölf Stationen entlang eines 16-Kilometer-Marschparcours um den Siegerteller von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und weitere Pokale und Medaillen.

Rheindahlen und Wegberg waren an diesem Wochenende mutmaßlich die beiden bestgesicherten Orte der Welt: Mitglieder des Sondereinsatzkommandos der Stadtpolizei Zürich waren ebenso unterwegs wie Beamte eines SEK aus Hamburg, dazu Fallschirmjäger der Bundeswehr und der italienischen Streitkräfte sowie mehrere US-Militärpolizisten. Alle Gäste, darunter auch Soldaten aus Nepal, wurden zu ihrer Überraschung zunächst einmal in einen Keller gesperrt: Schnellstmögliches Entkommen aus dem finsteren Labyrinth war die erste Wettkampfaufgabe.

Das durften auch die Ehrengäste der Gladbacher Reservisten ausprobieren, die den ältesten Militärwettkampf Europas seit 1984 ehrenamtlich organisieren. Die „Truppe“ um die Bundestagsabgeordnete Gülistan Yüksel und den Beigeordneten Matthias Engel schaffte es in einer Minute und einer Sekunde, das Team um Bürgermeisterin Petra Heinen-Dauber war fast gleich schnell und damit deutlich besser als manche der Wettkämpfer aus sieben Nationen.

Auf Draht: Major der Reserve Christian Grötsch, der Mannschaftsführer des siegreichen Teams aus Düsseldorf. Foto: Helmut Michelis

Ob die „VIP’s“ auch auf der Hindernisbahn ähnliche Traumzeiten vorgelegt hätten, darf allerdings bezweifelt werden: Ein Polizeibeamter aus Hamburg spurtete vom Boden aus einen Baumstamm senkrecht nach oben, hechtete an ein in knapp zwei Meter Höhe gespanntes Stahlseil und hangelte sich daran innerhalb von Sekunden zum nächsten Baum – eine mehr als zirkusreife Einlage. Die Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) vom Ortsverband Mönchengladbach, die den Hindernisparcours auf einer Wiese bei Gripekoven aufgebaut hatten, kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus und vergaßen fast, am Ziel die Stoppuhr anzuhalten.

Brigadegeneral Torsten Gersdorf, der neue Kommandeur des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen, war voll des Lobes über „seine“ Reservisten, die nicht nur vom Technischen Hilfswerk, sondern auch von der Johanniter-Unfall-Hilfe und der Freiwilligen Feuerwehr Broich unterstützt wurden. Auch ein spannendes Schlauchboot-Rennen auf dem Holtmühle-Weiher gehörte zu den Aufgaben, so dass den Gästen des Seecafés ein kostenloses „action“-Programm geboten wurde. Zweiter Gesamtsieger des IMM wurde das Objektschutzregiment der Luftwaffe aus Schortens in Niedersachsen, Platz drei belegte die Nationalgarde Lettlands, punktgleich mit den schweizerischen Polizisten, aber mit besserem Schießergebnis.