Mönchengladbach: Nächster Anlauf für die Roermonder Höfe

Mönchengladbach : Nächster Anlauf für die Roermonder Höfe

Nun ist es endlich soweit: Die Politik soll zum zweiten Mal den Bebauungsplan für das Neubaugebiet auf der Bleichwiese auf den Weg bringen. Im Mai war ein erster Versuch an inhaltlichen Differenzen gescheitert. Nun wurde nachgebessert.

Bei der Münchener Gewerbeimmobilienmesse Expo Real vergangene Woche gab es ein Novum: In dem niederländischen Investor Piet van Pol hatte die Stadt erstmals einen Standpartner aus dem Ausland mit im Boot. Und van Pol und seine Mitarbeiter waren nicht nur auf dem Papier da, sondern zeigten Präsenz am Stand. Das lockte nicht nur, aber auch, andere Niederländer herbei. Sichtbares Anzeichen dafür, dass die Wirtschaftsentwicklung in Mönchengladbach internationaler wird - und dass die Stadt auch längst internationaler wahrgenommen wird.

Und das wird sich mit dem Projekt, das van Pol in der Stadt zu realisieren gedenkt, sicher noch steigern. Die Roermonder Höfe an der Bleichwiese sollten eigentlich längst im Bau sein - nach etlichen Verzögerungen soll es nun in Kürze wirklich so weit sein. Der Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan steht für kommenden Mittwoch auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Nord, am 4. November befasst sich dann abschließend der Planungs- und Bauausschuss damit. Dort lag das Planwerk bereits im Frühsommer einmal -, doch nachdem der Ausschuss Änderungen daran vorgenommen hatte, meldeten Investor van Pol und Architekt Dr. Burkhard Schrammen Gesprächs- und Nachbesserungsbedarf an.

Das alles schlägt sich nun im überarbeiteten Werk nieder. "Das geforderte Geh- und Fahrrecht wurde eingearbeitet und die Gebäudekubaturen verändert", heißt es da. Und das ist nun konkret geplant: Ein öffentlich zugänglicher Grünzug (2300 Quadratmeter) von der Musikschule bis zur Straße An der Flieschermühle gliedert das Areal in zwei Teile. Entlang der Lüpertzender Straße entstehen drei freistehende, viergeschossige Mehrfamilienhäuser. Im Süden des Plangebiets, entlang der Fliethstraße, ist ein Komplex aus vier viergeschossigen Zeilen vorgesehen, die über einen Riegel, in dem wiederum drei Parkebenen integriert sind, miteinander zu einer "Kammstruktur" verwoben werden. Diese Baukörper werden teils gewerblich (Büros, Arztpraxen, Gesundheitszentrum) und teils für Wohnen genutzt. Hier ist auch eine repräsentative "Plaza" geplant. Rund neun Meter über dem Gehweg ragen die Elemente optisch in den Straßenraum hinein und "überbrücken" so den Bereich der Vorfahrt zum Gelände. Auch Kinderbetreuung wird im Areal integriert. Die Eingänge zu den Wohngebäuden sind über den innereren Grünzug erschlossen, die gewerblichen Nutzungen wiederum von "außen" zugänglich. Geparkt wird im Wesentlichen in der Hochgarage zur Flieth- sowie in einer Tiefgarage zur Lüpertzender Straße. Bis zu 160 Wohnungen entstehen insgesamt.

Die Stadt wird das Projekt mit flankierenden Investitionen begleiten müssen: 769 000 Euro für Straßenbau, zudem fallen Folgekosten von 21 000 Euro pro Jahr an. Durch den Wegfall öffentlicher Parkplätze fallen zudem 37 500 Euro pro Jahr weg. Dem gegenüber stehen zusätzliche Grund- und Gewerbesteuereinnahmen. Für den Grünzug, auch seine spätere Pflege, inklusive der Wege kommt Investor van Pol auf.

(RP)