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Mönchengladbach: Nächste Runde im Prozess um Toner-Allergie

Mönchengladbach : Nächste Runde im Prozess um Toner-Allergie

Ende Juli hatte die 39 Jahre alte Angestellte eines Gladbacher Bankinstituts vor der Dritten Kammer des Arbeitsgerichts den Erlass einer Einstweiligen Verfügung gefordert. Druckerstaub habe sie krank gemacht, hatte sich die Klägerin beschwert.

Nach einer arbeitsmedizinischen Untersuchung führte sie gesundheitliche Probleme auf den Gebrauch des Laserdruckers zurück, weil in ihrer Abteilung beim Kopieren und Faxen täglich bis zu 2000 Seiten gedruckt und sortiert werden. Der Streit endete mit einem Vergleich: Die 39-Jährige bekam, was sie vor Gericht gefordert hatte.

In einer wochenlangen Testphase erhielt die 39-Jährige einen Arbeitsplatz in einem abgeschlossenen Büro, in dem sich kein Laserdrucker befand. Da inzwischen bekannt war, dass die Beschwerden der Angestellten wahrscheinlich vom Berühren frisch bedruckten Papieres herrühren, sollte nunmehr erst nach zehn Minuten nach Druck das Papier aus dem Gerät entfernt werden. Das hatte ihre Anwältin vorgeschlagen. Damit sind die Bedingungen des Vergleichs erfüllt worden.

Der Bankmitarbeiterin geht es zwar inzwischen besser. Aber deren gesundheitliche Beschwerden sind trotzdem nicht völlig verschwunden. Deshalb blieben auch nach der Testphase weitere Fragen offen. Müsste eventuell die Wartezeit bis zur Entnahme des bedruckten Papiers aus dem Gerät verlängert werden oder könnte der Einsatz von Tintenstrahldruckern der 39-Jährigen helfen? Aber diese Tintenstrahldrucker sollen nicht dokumentensicher sein. Deshalb will sich jetzt die Bank an das Integrationsamt wenden und für die schwerbehinderte Angestellte eine Kündigung mit Abfindung vorschlagen, erfuhr die Rheinische Post vom Gericht.

"Geht der Streit um die Toner-Allergie der 39-Jährigen und deren berufliche Zukunft im Gerichtssaal dennoch weiter, ist das nicht ohne ein Gutachten möglich", ist Arbeitsgerichts-Direktorin Klempt gestern sinngemäß überzeugt. Dabei spiele auch die Frage "Was ist dem Arbeitgeber zuzumuten?" eine Rolle.

(RP)