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Kulturnacht Mönchengladbach: "Nachtaktiv" macht die Stadt bunter

Kulturnacht Mönchengladbach : "Nachtaktiv" macht die Stadt bunter

Erneut ein Renner ist die Kulturnacht. Schätzungsweise 5000 Menschen waren am Samstag in vier Quartieren in der City, in Eicken und Rheydt unterwegs. Am spektakulärsten: aufwendige Licht-Video-Installationen in der Altstadt.

Regelrecht umlagert sind die Info-Stände, an denen die Shuttle-Busse bis tief in die Nacht Nachtaktive ein- und ausladen. Am TiG in Eicken oder neben der Marienkirche in Rheydt schmieren Frauen im Akkord Häppchen mit kulturkulinarischen Aufstrichen von Katrin Schwermer-Funke, die reißenden Absatz finden. Lecker und umsonst, dank örtlicher Sponsoren. Im TiG (und nach dem Regen auch davor) Trauben von Menschen, kein Durchkommen beim Konzert der Newcomer von "Noord", deren süßen, weiblichen Jazz-Pop mit ungewöhnlichen Instrumenten mehr Leute hören wollen, als ins TiG hineinpassen.

Hier wie auch an den anderen drei Info-Ständen sind die jungen Leute von "Kulturkram" mit Aktionen vor Ort, die Besucher zum Mittun und Kennenlernen neuer Medien animieren. Mit großem Spaßfaktor. Der soll in der Kulturnacht keinesfalls zu kurz kommen. Obwohl es tagsüber kräftig geregnet hat, können am frühen Abend Besucher die noch unversehrten Pflasterbilder bewundern, die am Schillerplatz unter Anleitung der 3-D-Experten Frederike Wouters und Gregor Wosik entstanden.

  • "Nachtaktiv" : Splitter aus der Kulturnacht
  • "Nachaktiv" : Odyssee durch Nacht und Zeit
  • "Nachtaktiv" : 1000 Worte aus dem Underground

Besser geschützt vor den Unbilden der Witterung sind die Leinwandbilder, die Wosik in der St.-Marien-Kirche auf dem Boden drapierte. Wer durch die bereitgestellte Weitwinkellinse auf das Bild späht, kann eine Kreuzigungsszene in Aufsicht betrachten, dazu erblickt man ein trauriges Mädchen, das, eine Bibel vor sich, in der Turmnische einer Kirche hockt.

Im Museum Abteiberg begegnen wir Heinrich VIII. Den Renaissance-Fürsten stellt Bariton Thomas Peter dar, der Lieder auf Texte von Liebesbriefen des englischen Herrschers an Anne Boleyn singt, dabei auf der Laute begleitet von Johannes Vogt. Es gehört zum Wesen der Kulturnacht, dass das auf zeitgenössische Kunst spezialisierte Museum auch mal in die Vergangenheit blickt.

Dafür wabern ab 23 Uhr moderne Video-Bilder und Illuminations-Projektionen durch die Altstadt. Das Videokunst-Team der Lichtdesigner VJ Pathfinder und Aaron.St bannt ein buntes Kaleidoskop von Motiven auf die Nordfassade der Citykirche. Der Dicke Turm erlebt eine bunte Beschriftung, und die Stämme der Bäume am Sonnenberg nebenan erglühen in geheimnisvollem Tiefrot. Rätselhafte Figuren erscheinen auf von Licht markierten Flächen auf der Stadtmauer.

"Sieht spitze aus", urteilt Altstadt-Besucher Gordon Hazell und sagt: "Ich komme wieder." Nur "Mister Nachtaktiv", Dr. Thomas Hoeps, hatte großes Pech: Der Leiter des Kulturbüros stürzte über eine Metallkette vor der Citykirche und brach sich einen Arm.

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(ark)