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Schwerer Arbeitsunfall in Mönchengladbach: Nach Sturz in Schacht: Kino-Mitarbeiterin vernommen

Schwerer Arbeitsunfall in Mönchengladbach : Nach Sturz in Schacht: Kino-Mitarbeiterin vernommen

Nach dem Arbeitsunfall, bei dem eine Kino-Mitarbeiterin in Mönchenglabach sechs Meter tief in einen Schacht gestürzt war, besteht für die junge Frau keine Lebensgefahr mehr. Die Ermittlungen zur Ursache dauern an. Auch unter Geocachern wird der Vorfall diskutiert - die Unfallstelle war beliebter Anlaufpunkt.

Der 29-jährigen Filmvorführerin gehe es "den Umständen entsprechend gut", teilte Polizeisprecher Willy Theveßen am Dienstag mit. Zwar sei die Frau bei dem Sturz schwer verletzt worden und habe zahlreiche Knochenbrüche erlitten, Lebensgefahr bestehe aber nicht. Die 29-Jährige war am Freitagnachmittag durch ein Gitter in einen sechs Meter tiefen Schacht an der Rückseite des Kinos an der Viersener/Kaiserstraße gestürzt. Höhenretter der Feuerwehr hatten die Frau über eine Trage bergen können. Anschließend wurde sie mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Krefeld geflogen.

Ermittlungen laufen

Die Polizei Mönchengladbach und das Staatliche Amt für Arbeitsschutz ermitteln derweil die genaue Unfallursache. "Wir haben uns an den Betreiber gewandt und klären mit ihm, ob der Schacht korrekt abgesichert wurde", sagte Stefanie Klockhaus, Sprecherin der Bezirksregierung Düsseldorf. Erkenntnisse darüber, ob das Gitter Materialfehler aufweise, nicht korrekt gewartet wurde oder ob Konstruktionsfehler vorliegen, gäbe es noch nicht. Zur weiteren Absicherung kontrollieren Mitarbeiter des Amts für Arbeitsschutz jedoch, ob es in diesem Bereich ähnliche Verkehrswege - sprich Gitterabdeckungen - gibt, die neu gesichert werden müssen. Kinobetreiber Hans-Jürgen Brandtner hatte noch am Freitag einen Schlosser damit beauftragt, den Schacht mit einer Stahlplatte abzudecken.

An Unfallstelle war Geocache versteckt

Für Aufsehen hatte der Fall auch in der Szene der Geocacher gesorgt. Denn in unmittelbarer Nähe zur Unfallstelle ist seit 2012 ein sogenannter Cache - ein Behälter, der am Ende jeder digitalen Schnitzeljagd gefunden werden soll - versteckt. Am Vormittag des Unfalls waren zuletzt Geocacher in dem Bereich unterwegs. Auf der Internetseite www.geocaching.com heißt es in einem Eintrag: "Gegen Mittag war hier noch nicht viel los, so dass wir ganz entspannt suchen konnten - nichtsahnend von der drohenden Gefahr." Ein anderer User schreibt dazu: "Sollte man nicht die Cache-Lokation überdenken und einen neuen Platz suchen? Das hätte auch jedem Cacher passieren können."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Frau stürzt sechs Meter tief in Schacht

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