Mönchengladbach: Nach Mord an Freundin: Junge will keine Revision

Mönchengladbach : Nach Mord an Freundin: Junge will keine Revision

Der 15-Jährige, der wegen Mordes an seiner gleichaltrigen Freundin vor fünf Tagen zu einer neunjährigen Jugendstrafe verurteilt wurde, will nicht in Revision gehen.

Das teilte sein Rechtsbeistand Lutz F. Bartsch gestern mit. Die Mutter des Jungen hatte zunächst auf Wiederaufnahme des Verfahrens gedrängt. Das Urteil des Landgerichts Mönchengaldbach vom Freitag vergangener Woche sollte auf Rechtsfehler hin untersucht werden.

15-Jähriger will Schulabschluss

Doch die Mutter beugte sich schließlich dem Wunsch ihres Sohnes. "Nach einem Gespräch haben wir uns darauf geeinigt, die Revision zurückzuziehen", sagt Bartsch. Die Mutter habe eingesehen, dass die Jugendstrafe auch Chancen für den 15-Jährigen bietet. Der Jugendliche selbst habe das Urteil akzeptiert. Der 15-Jährige wolle in der Haft einen Schulabschluss schaffen und anschließend eine Lehre beginnen, so der Rechtsanwalt. Dies sei allerdings erst möglich, wenn er von der Untersuchungshaft in Düsseldorf in eine andere Jugendhaftanstalt verlegt werde.

Seit seiner Festnahme soll sich der 15-Jährige komplett gewandelt haben. Der ehemals Zurückgezogene sei plötzlich kontaktfreudig. Aus dem Schulschwänzer wurde ein Musterschüler. Laut Rechtsanwalt habe der Jugendliche eingesehen, dass er Erziehungsdefizite hat. Er sei bereit, alle Fehler aufzuarbeiten und wolle versuchen, von den Gewaltspielen loszulassen, die ihn früher stundenlang an den PC fesselten. Bartsch rechnet damit, dass der Junge in der Jugendhaft psychologische Hilfe bekommt. Der 15-Jährige möchte die Zeit im Gefängnis nutzen, um sich wieder zu fangen. Bartsch: "Das ist auch das Ziel des Jugendstrafrechts."

Der verurteilte Junge hatte im Prozess gestanden, seine Freundin Valerie im Dezember 2007 aus Eifersucht mit mehreren Messerstichen getötet zu haben.

(RP)
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