Mönchengladbach: Nach Krawall-Demo in Köln: Ratsherr im Visier der Polizei

Mönchengladbach : Nach Krawall-Demo in Köln: Ratsherr im Visier der Polizei

Für Kölns Polizeipräsident war es eine der schlimmsten Demonstrationen, die die Stadt je erlebt hat. Angemeldet worden war die Kundgebung von Dominik Roeseler, der für die rechtspopulistische Bürgerbewegung Pro NRW im Mönchengladbacher Stadtrat sitzt. Und deshalb steht er jetzt im Visier der Polizei.

Am Sonntag waren 4800 Hooligans in die Domstadt gereist, angeblich um gegen Salafisten zu demonstrieren. Es kam zu Straßenschlachten und gewaltsamen Auseinandersetzungen. Steine und Flaschen flogen, Wasserwerfer wurden eingesetzt. 49 Polizisten wurden verletzt.

In Köln wurde eine Ermittlungsgruppe eingesetzt. Ob und inwieweit Roeseler für die Ausschreitungen mitverantwortlich ist, konnte die Polizei gestern noch nicht sagen. "Im Moment sichern wir Beweise", sagte ein Polizeisprecher gestern. Dazu würden Videoaufnahmen ausgewertet, die unter anderem auch von einem Hubschrauber aus gemacht wurden. "Wir ermitteln unter anderem wegen Landfriedensbruch und Körperverletzung. Aber welche Straftaten welchen Personen konkret zugeordnet werden, können wir derzeit noch nicht sagen", erklärte der Sprecher.

Dominik Roeseler war nach einem Bericht des Kölner Stadtanzeigers mit auf der Demonstration, zu der die Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" aufgerufen hatte, allerdings als "Privatmensch". Der Mönchengladbacher Ratsherr sollte zunächst Kundgebungsleiter in Köln werden, wurde jedoch kurz vorher von Pro NRW aufgefordert, diese Aufgabe sowie seine Leitungsfunktion bei der Bewegung "Hooligans gegen Salafisten" (HoGeSa) niederzulegen. Roeseler war als Vize-Regionalleiter West benannt worden. Das Präsidium von Pro NRW hatte sich jedoch eine Woche vor der Demonstration von einer Zusammenarbeit mit Hooligans distanziert und den Gladbacher Ratsherrn zurückgepfiffen. Auf der Facebook-Seite von "HoGeSa" wurde aber erklärt: "Dominik Roeseler wird uns als Sympathisant selbstverständlich erhalten bleiben."

Auch gestern wies Pro NRW noch einmal jede Beteiligung an der Demonstration entschieden von sich: "Statt friedlich gegen Salafismus und extremistische Intoleranz zu demonstrieren, lieferten sich einige alkoholisierte Demo-Teilnehmer, in wessen Auftrag auch immer, Straßenschlachten mit bürgerkriegsähnlichen Szenarien. . .", hieß es. Der geschäftsführende Pro-NRW-Vorstand werde auf Antrag des stellvertretenden Parteivorsitzenden zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über Konsequenzen aus den Kölner Ereignissen zu beraten. Eine Anfrage der RP an Roeseler, warum er mit HoGeSa sympathisiert, wurde bis heute nicht beantwortet.

(RP)