Mönchengladbach: Musikliebhaber beim Theater-Talk

Mönchengladbach: Musikliebhaber beim Theater-Talk

Regina Härtling und Diego Martin-Etxebarría: In seiner Reihe "Theatermenschen - persönlich" begrüßte Reinhold Richter die Referentin des Generalintendanten und den Ersten Kapellmeister.

Regina Härtling, Ballettdramaturgin und rechte Hand des Generalintendanten am Theater Krefeld/Mönchengladbach, war mit dem Schriftsteller Peter Härtling zu keinem Zeitpunkt verheiratet, verwandt oder verschwägert. Danach werde sie zwar immer wieder gefragt, berichtete sie jetzt in der von Reinhold Richter moderierten Reihe "Theatermenschen - persönlich". Verheiratet ist sie zwar, aber eben nicht dem im Juli verstorbenen berühmten Schriftsteller.

Geboren ist sie in einem Ort, in dem Johann Sebastian Bach 1717, also vor genau 300 Jahren, Kapellmeister wurde, nämlich im anhaltinischen Köthen. Dort verlebte sie, wie sie im Studio des Theaters berichtete, eine glückliche Kindheit und eine relativ problemlose Jugend. Am Staat DDR fielen ihr zwar merkwürdige Widersprüche zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf. Aber ihr persönliches Leben war durchaus lebenswert, lautet Härtlings Urteil im Rückblick.

Es verwundert nicht, dass sie früh und fast selbstverständlich zur Musik und zum Klavierspiel fand. Beide Eltern spielten Klavier, ein Großvater war Musiklehrer. Nach dem Abitur 1978 folgte ein Studium der Musikwissenschaft in Ost-Berlin. Ihre erste Anstellung an einem Theater fand sie am deutsch-sorbischen Theater in Bautzen. Wichtig für die weitere berufliche Laufbahn der Diplom-Musikwissenschaftlerin war der dortige Intendant. Michael Grosse, heute Chef des Gemeinschaftstheaters, trat dort seine erste Intendantenstelle an. Dass Härtling heute als persönliche Mitarbeiterin Grosses arbeitet, ist kein Zufall. An mehreren Theatern bewährte sich die vertrauensvolle Zusammenarbeit, man verlässt sich aufeinander und weiß das zu schätzen.

Die Musikwissenschaftlerin Regina Härtling ist persönliche Mitarbeiterin von Intendant Michael Grosse. Foto: M. Stutte
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Völlig anders verlief die Kindheit von Diego Martin-Etxebarría, der ebenfalls bei Reinhold Richter zu Gast war. Der stellvertretende GMD und 1. Kapellmeister des Theaters Krefeld/Mönchengladbach stammt aus einem kleinen baskischen Dorf. Sein erster Berufswunsch war Dirigent. Dabei spielte Musik in seinem Elternhaus keine Rolle, und an Musikunterricht war in der spanischen Provinz nicht zu denken. Dirigenten hatte er im Fernsehen bewundert; so etwas wollte er später auch mal werden. Schließlich ergab sich die Möglichkeit, im Nachbardorf Oboe zu lernen. Zusätzlich lernte er zu trommeln. Und damit eröffneten sich auch finanzielle Perspektiven: Regelmäßig hatte er Einnahmen durch Auftritte mit Blasorchestern bei Stierkämpfen. Von dem Geld konnte er auch noch Klavierunterricht einschließlich Fahrtkosten bezahlen, erzählte Diego Martin.

Der Weg bis zum stellvertretenden GMD war natürlich noch weit und führte über Studien in Barcelona, Weimar und Dresden. Ein erster Preis bei einem Dirigierwettbewerb in Tokio öffnete Diego Martin-Etxebarría die Türen zu attraktiven Engagements.

Regina Härtling (hinten, re.) mit Ballettchef Robert North, Sheri Cook, Andreas Fellner, Christopher Benstead. Foto: Ilg

Für den geeigneten musikalischen Rahmen des unterhaltsamen Abends der "Freunde des Theaters in Mönchengladbach" sorgte der junge Korrepetitor des Opernstudios, Armando Elizondo, mit Kompositionen von Claude Debussy und seinem mexikanischen Landsmann Manuel Ponce.

(-tr)