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Konzertsommer in Mönchengladbach: Musikalische Zeitreise mit Peter Maffay

Konzertsommer in Mönchengladbach : Musikalische Zeitreise mit Peter Maffay

Vor fast 6000 Fans rockte Peter Maffay den Hockeypark in Mönchengladbach. Schon nach wenigen Takten waren die Stühle im Innenraum des Stadions überflüssig. Seine Fans feierten trotz der Hitze kräftig mit. Besonders seine Klassiker sorgten für Jubel.

Und er kann es immer noch: Nach wenigen Akkorden und mit nur einer Handbewegung fallen Stühle, rennen Menschen, kreischen Frauenstimmen, winken Arme in der Luft. Sie wollen ihm ganz nah sein.

"Seine Aura spüren — denn die ist einzigartig", erklärt Marie-Louise Coersten, die auch ihre Töchter Cynthia und Mirjam Dürbaum mit in den Hockeypark gebracht hat. Die drei Damen bekennen: "Wir sind wohl seine größten Fans." Und der Beweis steht schwarz auf weiß auf dem Plakat, mit dem sie schon nach dem ersten Song vor die Bühne stürmen: "Wir sind wieder hier".

Doch sie sind nicht die einzigen eingefleischten Peter-Maffay-Fans an diesem hochsommerlichen Abend im Hockeypark: Insgesamt fast 6000 Fans schwitzten gestern bei molligen 32 Grad im Innenraum des Stadions.

Maffay stört die brütende Hitze im Scheinwerferlicht nicht weiter. Er hat lediglich eine leichte Weste an, und lässt den Blick frei auf zahlreiche Körperverzierungen. An diesem Abend ist er ganz der Rocker. Beginnt mit starken Akkorden und harten Riffs. Doch er kündigt auch unbekannte Titel aus alten Alben, wie "Das geht tief" oder "Bringt mich nach Haus", oder auch noch nicht eingespielte neue Lieder an. Doch der Abend beginnt zunächst einmal mit einer Zeitreise in seine musikalische Vergangenheit: "Bring mich nach Haus" aus dem Jahr 2000.

"Da waren die meisten noch nicht auf der Welt von euch", sagt Maffay. "Denn wenn ich mich hier so umsehe, gucke ich nur in faltenlose Gesichter." Sabine Robbel aus Dülken erinnert sich noch gut an den Song und als sie ihn das erste Mal hörte. Da hatte sie schon die ersten T-Shirts von Maffays Touren gesammelt und konnte fast jedes Lied auswendig mitsingen. Ihre Freunde nennen sie inzwischen nur noch "Frau Maffay" — ihren Sohn hat sie, inspiriert von ihrem großen Schwarm auf der Bühne, auf den Namen "Peter" taufen lassen.

Doch Maffay weiß, was er an seinen Fans hat. "Leute, ihr seid fantastisch!", ruft er immer wieder während des Konzerts im Hockeypark. Und als Belohnung greift der Altrocker ganz tief in seine Songkiste. Der Klassiker von 1976: "Es war Sommer". "Das Lieblingslied aller 16-Jährigen", sagt Peter Maffay. Vom ersten Takt an singt das Publikum lauthals mit, Hände werden in der Luft hin- und hergeschwenkt. Und dann geht es Schlag auf Schlag: Ein Klassiker folgt dem nächsten. "Sieben Brücken", ein Song einer Gruppe aus der ehemaligen DDR.

"Das Lied hat vielen Mut gemacht und ist zu einer kleinen Hymne geworden", erklärt er. Der Künstler Laith Al Deen kommt auf die Bühne und singt den Refrain mit. Dann gibt Maffay an das Publikum ab und lässt es singen.

Doch der Rocker schlägt an diesem Abend auch ruhigere Töne an: Neben der Ballade "Wer liebt" stimmt er das Stück an "Wenn der Himmel weint" — ein unveröffentlichter Song, den er beim Gladbacher Publikum für sein neues Album testen will. Den Song widmet er den Betroffenen in den Überflutungsgebieten. "Diese Leute brauchen unsere Solidarität", sagt der Künstler. Gabriele Hennig ist zum ersten Mal auf einem Maffay Konzert und extra aus Aachen gekommen. "Ich bin total begeistert. Vor allem darüber, dass die alten Lieder zum Teil neu arrangiert worden", sagt sie. "Die Mischung aus alt und neu stimmt einfach".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mönchengladbach 2013: Peter Maffay rockt den Hockeypark

(RP/rl/top)