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Mönchengladbach: Museum bekommt eine Stiftung

Mönchengladbach : Museum bekommt eine Stiftung

Der Kulturausschuss sprach gestern einstimmig die Empfehlung aus, für das Museum Abteiberg eine Kunststiftung einzurichten. Damit wird es für Gönner des Hauses attraktiver, dem Museum Kunstwerke zu schenken. Das Stiftungskapital kommt aus dem Nachlass Meta Hechts.

Es gab nur wenige Einwände, und diese betrafen nur protokollarische Details des vorgelegten Stiftungsvertrages. Gestern stimmten alle im Kulturausschuss vertretenen Ratsfraktionen dafür, am Museum Abteiberg eine Stiftung einzurichten. "Alle größere Museen haben bereits eine solche Stiftung", erklärte Kulturdezernent Dr. Gert Fischer bei der ersten Sitzung des Fachausschusses in der neuen Ratsperiode.

Nachdem das NRW-Stiftungsrecht geändert worden ist, sei es für Kunstsammler steuerrechtlich attraktiver geworden, einem Museen Geschenke zu machen. "Bei einer Direktschenkung an ein Institut ist eine Abschreibung nur für die nächsten zwei Jahre möglich", berichtete Fischer. Fließt das Geld jedoch an eine gemeinnützige Stiftung, können die Steuervergünstigungen über einen wesentlich längeren Zeitraum in Anspruch genommen werden.

Aachen schenken Museum Kunst

Wenn alles nach Zeitplan verläuft, kann es noch in diesem Jahr, bei der Ratssitzung am 16. Dezember zur Gründung der "Kunststiftung im Museum Abteiberg" kommen. Das wird zum Beispiel das Aachener Kunstsammler-Ehepaar Schürmann freuen, die Museumschefin Susanne Titz versprochen haben, dem Haus aus der laufenden Ausstellung "Das Gespinst" ausgewählte Werke oder eine Werkgruppe zu schenken.

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"Wir sagen ein klares, positives Ja zu dieser Vorlage", versicherte FDP-Ratsfrau Natascha Stephan. Ulla Heinrich, für die Linke neu im Kulturausschuss, wollte wissen, woher das Stiftungskapital in Höhe von 50 000 Euro stamme. Fischer informierte, dass diese Summe aus dem Nachlass Meta Hechts kommt. Und ergänzte: "Die gut 600.000 Euro auf dem Sonderkonto stehen in Gänze nur dann zur Verfügung, wenn die Stadt sie für eine Stiftung verwendet, für die im gleichen Umfang zusätzliches Geld aus der Bürgerschaft käme."

Also wird es wohl nicht so ganz leicht werden, den verbleibenden großen Teil des Nachlass-Erlöses aus dem Verkauf der Villa Hecht, 580.000 Euro, für ein weiteres Stiftungsprojekt in Anspruch zu nehmen. Die 50.000 Euro Stiftungsvermögen sind eine rechtliche Vorgabe der nordrhein-westfälischen Stiftungsaufsicht, so Fischer. Bei der Formulierung der Stiftungssatzung hat das städtische Rechtsamt übrigens die Kölner Stiftungssatzung des Museums Ludwig als Modell herangezogen.

Oberbürgermeister Norbert Bude, Kulturdezernent Fischer und die Museumsleitung versprechen sich von der neuen Kunststiftung im Museum Abteiberg eine beachtliche Mehrung des Wertes der städtischen Kunstsammlungen. Der "testierte Gesamtwert", so schreibt der OB in der Tischvorlage, der von dem Aachener Sammlerehepaar versprochenen Kunstwerke, "liegt deutlich über dem Stiftungskapital von 50 000 Euro". Inoffiziell werden Zahlen von bis zu einer Million Euro Marktwert der Werke genannt, welche die Schürmanns dem Museum Abteiberg anbieten.

Über eine weitere bedeutende Zustiftung, so war gestern am Rande der Sitzung zu erfahren, würden derzeit erfolgversprechende Verhandlungen geführt.

(RP)