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Mönchengladbach: Mülforter wird abgerissen

Mönchengladbach : Mülforter wird abgerissen

Oberbürgermeister Norbert Bude hat dem Gesellschafter der Mülforter Verwaltungs GmbH eine letzte Frist bis Mitte November gesetzt. Sollte dieser sich weiter nicht rühren, lässt die Stadt abreißen.

Das Maß ist voll. Nach dem 33. Brand in der Mülforter Zeugdruckerei war Oberbürgermeister Norbert Bude der Kragen geplatzt. Er machte den Dauerbrenner Mülforter Zeug zur Chefsache. Seit gestern ist klar: Die maroden Gebäude an der Duvenstraße werden abgerissen.

Und zwar schon sehr bald. "Die Stadt hat dem Gesellschafter der Mülforter Immobilien-Verwaltungs GmbH eine Frist bis Mitte November gesetzt", sagte gestern Stadtsprecher Wolfgang Speen auf Nachfrage der RP. "Der Gesellschafter wurde unter Androhung von Ordnungsverfügungen aufgefordert, Sicherheit auf dem Gelände herzustellen." Sollte nichts geschehen, wird die Stadt "im Rahmen der Ersatzvornahme und wegen der Sicherungspflicht den Abriss in die Wege leiten", so Wolfgang Speen.

Zwei Hauptgläubiger

Derzeit schon lässt die Stadt den Boden der 60 000 Quadratmeter Fläche auf Gifte prüfen. Es gilt als sicher, dass Toxide ins Erdreich gelangt sind. Welche und wie viele — das wird jetzt geprüft.

Gleichzeitig werden mehrere Brunnen gebohrt, aus denen fortlaufend Daten über den Zustand des Grundwassers gewonnen werden können. Was mit den Gläubigern geschehen soll, dazu mochte der Stadtsprecher gestern nichts sagen. Die Volksbank Kamen-Werne macht als Hauptgläubiger 2,8 Millionen Euro gegenüber den Eigentümern der Mülforter Zeug geltend, die Stadt Mönchengladbach als nächst großer Gläubiger sitzt nach wie vor auf 753 000 Euro.

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Erst kürzlich hatte Dr. Ulrich Schückhaus eine Versteigerung des Geländes und der Gemäuer forciert. Das Grundstück sollte geräumt und für Kleingewerbe vorbereitet werden. Die Kosten für den Abriss der maroden Hallen und Verwaltungsgebäude hatte der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft der Stadt (EWMG) damals auf 2,3 Millionen Euro berechnet. Dazu kämen die Kosten für die Beseitigung der Altlasten aus dem Boden. Deren Höhe ist derzeit nicht abschätzbar.

Die endlose Geschichte soll endlich ein Ende finden. Denn nach jedem Brand auf dem Gelände war der Ruf nach Abriss deutlicher geworden. Immerhin hatten die Steuerzahler jeden Feuerwehreinsatz zahlen müssen — 33 Mal. Beim letzten Feuer — im August — war durch die starke Hitzeentwicklung ein Teil der etwa 84 Meter langen Backsteinmauer auf den Gehweg der Duvenstraße gestürzt.

Die Straße musste zeitweise gesperrt werden. Spätestens da war klar: Das Gelände der Zeugfabrik birgt riesige Gefahren. Die Stadt hat zugesichert, die Bürger fortlaufend über das zu informieren, was auf dem Gelände an der Duvenstraße geschehen wird, so Wolfgang Speen.

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(RP/rl)