Mönchengladbach: Mozart und Bruckner im 1. Chorkonzert

Mönchengladbach: Mozart und Bruckner im 1. Chorkonzert

Mit einer Litanei begann das erste Chorkonzert. Allerdings: Mozarts "Litaniae de venerabili altaris Sacramento" hat mit Litanei im üblichen Wortgebrauch nichts zu tun. Das Werk bietet ein Maximum an Abwechslung. Viel Abwechslung enthält auch Bruckners Messe Nr. 1 in d-moll. Damit waren zwei Werke der Sparte Kirchenmusik zu hören, und zweifellos bot die evangelische Hauptkirche Rheydt dafür einen ausgezeichneten Rahmen. Beide Werke liegen weit auseinander. Mozarts KV 243 erinnert an klassische Oper, Bruckners Messe an spätromantische Symphonik.

In der Gegensätzlichkeit der Kompositionen lag der Reiz des Konzerts. Stilsicher führten Dirigent Michael Preiser und die Mitwirkenden in die unterschiedlichen musikalischen Welten.

Spielfreudig und transparent musizierten die Niederrheinischen Sinfoniker Wolfgang Amadeus Mozart, mit kräftigem, wuchtigem Klang Anton Bruckner. Mit tadellosen Leistungen warteten die vier Gesangssolisten auf, die in unserer Region alle als Mitglieder des Opernstudios Niederrhein oder des Gemeinschaftstheaters Krefeld-Mönchengladbach schon auf sich aufmerksam gemacht haben. Schwierige Koloraturen waren gut aufgehoben bei Julia Danz (Sopran) und James Park (Tenor). Vor allem der Sopranistin hatten die Komponisten sehr melodische Arien anvertraut, die sie sehr sensibel zum Klingen brachte. Mit einer kultivierten Altstimme überzeugte Agnes Thorsteins (Mezzosopran), mit einem kräftigen, tragenden Bass-Bariton Bondo Gogia.

Auch der Niederrheinische Konzertchor beeindruckte, er hatte schließlich keine leichte Aufgabe zu bewältigen. Schwierige Koloraturen und ungewohnte Modulationen waren an der Tagesordnung. Die Mühen der Probenarbeit wurden belohnt, es gelang eine ausgezeichnete Wiedergabe. Erwähnenswert ist auch, dass die vier Stimmgruppen des Chors zwar quantitativ unterschiedlich stark besetzt sind, dabei aber in der Lautstärke durchaus ausgewogen klingen.

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Michael Preiser hatte alles sehr sorgfältig einstudiert und bewährte sich als konzentrierter und sicherer Gesamtleiter.

Sowohl die beiden Werke wie die Qualität der Aufführung fanden viel Anklang beim Publikum, das machte der begeisterte Beifall deutlich. Die Frage, warum die beiden interessanten Kompositionen nur selten live zu hören sind, wurde schon vor dem Konzert gestellt. Eine einleuchtende Antwort lässt sich auch danach nicht finden.

(-tr)