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Mönchengladbach: Mozart sorgt für ein volles Gotteshaus

Mönchengladbach : Mozart sorgt für ein volles Gotteshaus

Münsterkantor Klaus Paulsen leitete die Aufführung von Mozarts Großer Messe in c-Moll in der Citykirche. Der aus zwei Vokalensembles zusammengesetzte Projektchor meisterte die bis zu acht Stimmen zählenden Chorsätze fabelhaft.

Zu einem zweifachen Erfolg wurde die Aufführung von Mozarts Großer Messe in c-Moll in der Citykirche. Zunächst einmal unter finanziellem Aspekt als Benefizkonzert des Bauvereins Hauptpfarrkirche – alle Plätze der Kirche waren besetzt. So durften für den guten Zweck maximal zu erwartende Einnahmen verbucht werden.

Nicht nur quantitativ, auch qualitativ gelang eine sehr beachtliche Aufführung. Man hatte sich viel vorgenommen. Die Messe KV 427 (417a), die nicht vollständig im Original vorhanden ist und die von Musikgelehrten aus Skizzen und anderen Werken Mozarts ergänzt wurde, ist ein großes, ernstes Werk, das an die Ausführenden erhebliche Anforderungen stellt. In einigen Partien nimmt es schon fast etwas von der Tragik des Requiems vorweg, das auch unvollendet blieb.

Stilistisch ist die c-Moll-Messe weit gefächert, manche fugierten Chöre greifen barocke Elemente auf, manches nimmt schon romantischen Duktus vorweg.

Zum Gelingen trugen alle Mitwirkenden bei. Mit den Sopranistinnen Nicole Ferrein und Stefanie Kunschke, dem Tenor Virgil Hartinger und dem Bass Peter Rembold war ein vorzügliches Solistenquartett aufgeboten worden. Koloraturen fast wie die der Königin der Nacht bewältigte Stefanie Kunschke mühelos im "Laudamus te", die lyrischen Partien waren bei Nicole Ferrein ebenso gut aufgehoben wie die dramatischen. Stimmlich ausgewogen klangen die Duette der beiden Sopranistinnen und die Terzette zusammen mit Tenor Hartinger. Rembold war als Solo-Bass nur im ebenfalls ausgewogenen Quartett im Benedictus gefordert und nutzte seine "Freizeit" zur Mitwirkung im Chor.

Der Chor, bestehend aus dem Kammerchor Cantiamo und Mitgliedern des Jungen Vokalensembles der Gladbacher Singschule an der städtischen Musikschule, verdient ebenfalls große Anerkennung. Präzise wurden die gar nicht so einfach zu singenden achtstimmigen Doppelchöre gemeistert, gut die klanglichen Differenzierungen herausgearbeitet. Fahl und düster klang es im "Qui tollis", kraftvoll unter anderem im Schlusschor des Gloria.

Gut in allen Gruppen besetzt war auch das Orchester der Münstermusik mit seinem Konzertmeister Harald Stöpfgeshoff. Die Abstimmung der Lautstärke zwischen Solisten, Chor und Orchester stimmte, wirkungsvoll gelangen die Bläsersoli oder besondere Besetzungseffekte wie zum Beispiel die Kombination von tiefen Streichern und Posaunen im "Crucifixus".

Mit der Einstudierung dieses großartigen, nur selten aufgeführten Werkes hatte sich Münsterkantor Klaus Paulsen viel vorgenommen. Er hatte alles gut einstudiert und schließlich mit sicherer Leitung zum Erfolg geführt.

Langer, begeisterter Beifall erkannte die Leistungen aller Mitwirkenden der Aufführung an.

(-tr)