Mönchengladbach: Mordlust im Kulturzentrum

Mönchengladbach: Mordlust im Kulturzentrum

Bis zum 10. November zieht sich eine Blutspur durch die Stadt. Schließlich heißt das Motto der 8. Mönchengladbacher Krimitage ja auch "Die Blutspur ist gelegt". Der Auftakt der Lesereihe war jetzt im Bis-Zentrum.

"Ich hoffe, Sie stolpern auf dem Weg zum Buffet nicht über Leichen", wünscht Claudia Uebach-Pott ihren Gästen und eröffnet damit das Krimi-Kultur-Frühstück im Kulturzentrum im BIS. Zum Auftakt der 8. Mönchengladbacher Krimitage kann gemütlich zu Brötchen und einer Tasse Kaffee den schaurigen Gesichten von Barbara Klein und Michael Nolden gelauscht werden. Der "Tatort" ist ausverkauft. "Alle sind da, und alles ist gut", freut sich Uebach-Pott, Spartensprecherin des BIS für Literatur und Kinder- und Jugendtheater.

Feste Institution

Bis Samstag, 10. November, finden verschiedene Programmpunkte unter dem Motto "Die Blutspur ist gelegt" auch im Mehrgenerationenhaus und im Volksverein statt. Angefangen mit einer kleinen Krimilesung, hat sich das Programm in den letzten Jahren zur festen Institution entwickelt.

Im Bis übergibt Uebach-Pott den Platz am Lesepult an Barbara Klein, die aus ihrem neuen Kriminalroman "Dunkler Schnee" liest. Ein mysteriöser Gewehrschuss in der Wildnis und ein unbekannter Verfolger erschrecken Protagonistin Marisa, die sich in ihrem Leben bedroht fühlt. "Dunkler Schnee" ist nach "Nebelgrab", der im vergangenen Jahr erschien und in Viersen spielt, ihr zweiter Kriminalroman und erst im letzten Monat erschienen. 1999 hat die aus Köln stammende und in Duisburg lebende Autorin im Bis das erste Mal überhaupt eine ihrer Geschichten vorgelesen. "Es ist schön, einzelne Perlen zu finden und die Autoren über die Jahre wachsen zu sehen", sagt Claudia Uebach-Pott.

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Auch Michael Nolden ist im Bis nun seit bereits zwölf Jahren ein häufig wiederkehrender Gast auf den monatlich stattfindenden "LesArten". Der Autor aus Mönchengladbach hat seine Geschichte "Ofenfeuer" extra für diesen Anlass geschrieben und zeitlich abgestimmt. Auch seine Geschichte entführt den Zuhörer an einen anderen Ort der Welt — Neuseeland.

Die Ehe des Vulkanologen Toms alles andere als harmonisch. Als dieser dann auch noch von der Affäre seiner Frau mit dem befreundeten Drehbuchautoren Heyden erfährt, stellt sich für den Protagonisten die Frage "Wann begeht der Mensch einen Mord?".

Ein weiteres interessantes Thema greift die Geschichte mit Bezug auf die Vulkanlandschaft in Oakland auf. "Anders als in anderen aktiven Vulkanregionen dieser Welt, können die Wissenschaftler zu den 50 erloschenen Vulkanen in Oakland keine genaue Auskunft geben, ob und wann diese austreten werden", verrät Nolden. Das Ofenfeuer, dass seine Geschichte beendet findet jedoch klassischer Weise in der Küche statt.

Gut zwei Stunden dauern die Lesungen der beiden Autoren. Die Gäste, deren "Mordlust" noch nicht befriedigt ist, stürmen danach direkt los, um sich die Geschichten zu kaufen. Alle anderen beruhigen ihre angespannten Nerven.

(RP/rl)
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