Info-Veranstaltung für Patienten : Schilddrüsenkrebs ist gut therapierbar

Neue Behandlungsmethoden werden bei einem Patientensymposium in der Nuklearmedizin der Kliniken Maria Hilf vorgestellt. Am 18. September können sich Betroffene aber auch über weitere Themen informieren.

Oft sind es Routineuntersuchungen, bei denen kleine oder größere Knoten in der Schilddrüse auffallen.  Manchmal ist es auch ein anschwellender Lymphknoten, der Patienten zu Professor Wolfgang Schäfer in die Nuklearmedizin der Kliniken Maria Hilf treibt. Der Chefarzt soll Antwort auf die bange Frage geben: Ist das Krebs? Gewissheit darüber können weitere Untersuchungen wie etwa die Feinnadelpunktion der Schilddrüse geben. Aber die gute Nachricht ist: Selbst wenn sich der Knoten als Karzinom entpuppt, ist das kein Grund zur Panik. Schilddrüsenkrebs lässt sich sehr gut behandeln. Wie, darüber können sich am 18. September von Schilddrüsenkrebs Betroffene und ihre Angehörigen bei einem Patientensymposium in den Kliniken Maria Hilf informieren.

Schilddrüsenkrebs sei „eine relativ seltene Erkrankung, die mit Hilfe der Radiojodtherapie meist wirksam zu therapieren ist“, sagt Schäfer. Schilddrüsenkrebs gehört zu den weniger aggressiven Krebsarten. Er wächst langsam und selbst wenn er Metastasen bildet, sprechen diese im Allgemeinen auf die Therapie an. Wenn weitere Untersuchungen den Krebsverdacht bestätigen oder zumindest als wahrscheinlich einstufen, wird  zunächst einmal die Schilddrüse operativ entfernt. Es wird aber heute nicht mehr wie früher bei bloßem Krebsverdacht operiert. „Wir erleben ein dramatisches Umdenken in diesem Bereich“, sagt Schäfer. „Ein Eingriff erfolgt nur noch, wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein Karzinom spricht.“

Denn so selten auch Probleme bei einer Schilddrüsen-OP auftreten, ganz auszuschließen sind sie nicht. Also kommt es  heute nur noch zu einem operativen Eingriff, wenn er auch notwendig ist. Der Nutzen einer Operation muss mögliche Risiken deutlich übersteigen. Wurde die Schilddrüse entfernt, folgt auf die Operation die vier- bis fünftägige, stationäre Radiojodtherapie, bei der radioaktives Jod verabreicht wird, das die Krebszelle von innen heraus zerstört. Weil die Krebszellen sich an ihre ursprüngliche Funktion als Schilddrüsenzelle erinnern, nehmen sie das Jod auch dann auf, wenn sie beispielsweise in der Lunge Metastasen bilden. Deshalb lässt sich diese Krebsart so erfreulich wirksam behandeln.

In selteneren Fällen nimmt die Zelle das radioaktive Jod nicht auf. Was dann? „Es gibt neue Medikamente, die zunehmend Verwendung finden, wenn die Radiojodtherapie nicht mehr sinnvoll eingesetzt werden kann“, erklärt Chefarzt und Physiker Wolfgang Schäfer. Diese neuen Möglichkeiten erklärt er in seinem Vortrag im Rahmen des traditionsreichen Patientensymposiums Schilddrüsenkrebs, das  in diesem Jahr erstmalig von Jülich nach Mönchengladbach wechselt.

Neben Professor Schäfer gehört auch Peter Theissen vom Uni-Klinikum Köln zu den Referenten des Symposiums. Er beschäftigt sich mit dem Thema der Wechselwirkungen zwischen den Schilddrüsenhormonen und anderen Medikamenten. Denn so wirksam und nebenwirkungsarm die Therapie des Schilddrüsenkrebs auch sein mag: Der Patient lebt anschließend ohne Schilddrüse und muss zeitlebens Hormone zuführen, um die Schilddrüsenfunktion zu ersetzen.

 Ein weiteres Thema ist die Psychoonkologie. „Psychoonkologische Aspekte einer Krebserkrankung beschäftigen sich mit den Auswirkungen der Erkrankung auf das Empfinden und Erleben, das Denken und Fühlen, die Lebensziele,  den Antrieb, die Motivation und allgemein die Lebensqualität“, zählt Markus Bäumer vom Psychoonkologischen Dienst der Kliniken Maria Hilf auf. Eine Krebserkrankung geht meist nicht spurlos an der Psyche des Betroffenen vorüber. Deshalb sind Psychoonkologen Teil der onkologische Netzwerke und Zentren und stellen ihre Arbeit beim Patientensymposium vor.

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