Mönchengladbach : Prozess wegen Brandstiftung im Asylbewerberheim

In dem Verfahren gegen einen 23-Jährigen berichteten Zeugen vor dem Landgericht von Vorfällen mit Schere und Messer.

Der Prozess gegen einen 23 Jahre alten Asylbewerber unter anderem wegen versuchter schwerer Brandstiftung wurde am Montag vor der zweiten großen Strafkammer des Landgerichts  fortgesetzt. Der Angeklagte soll im Januar in der Asylunterkunft, in der er wohnte, seine Matratze angezündet haben. Anschließend sei er zum Büro des Hausmeisters gegangen, habe diesen wortlos heftig vor die Brust geschlagen. Das Feuer griff auf die Zimmerwand über, bevor es gelöscht werden konnte. Die Staatsanwaltschaft beantragte ein psychiatrisches Gutachten zur Feststellung der Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt.

Am Montag wurden Aussagen von Zeugen verlesen. Ein Sicherheitsmitarbeiter der Unterkunft sagte aus, dass der Angeklagte kurz vor der Brandstiftung seine Matratze aus dem Fenster geworfen habe. Er habe ihn danach in einem „benommenen Zustand“ und mit einer Schere in der Hand auf seinem Lattenrost sitzend angetroffen. Die Schere habe er sich aber ohne Widerstand aus der Hand nehmen lassen.

Zwei Pfleger aus der Klinik, in der der 23-Jährige inzwischen untergebracht ist, berichteten von einem Vorfall im Februar. Eine Patientin habe sie gerufen, da ein Mit-Patient mit einem Messer über den Flur laufe. Dabei habe es sich um den Angeklagten gehandelt. Dieser sei „verbal nicht zugänglich“ gewesen. Das Messer, ein Schmiermesser, habe er so in der Hand gehalten, als habe er damit zustechen wollen. Von einem Kollegen angesprochen, sei er auf diesen zugegangen, habe eine „ruckartige Bewegung“ gemacht und dem Pfleger das Messer wortlos ausgehändigt. Für beide erschien die Situation bedrohlich, weil der Angeklagte nicht ansprechbar war: „Man konnte ihn nicht einschätzen.“ Zuvor habe es Drohungen des Angeklagten gegeben, dass er das Personal der Klinik umbringen werde. Dies sei jedoch schlimmer gewesen, erklärte ein Pfleger. Ein toxikologisches Gutachten besagt, dass der 23-Jährige weder Alkohol noch Drogen konsumiere. Der Prozess wird fortgesetzt.