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Mönchengladbach: Zwei Corona-Tote im Altenheim

Coronavirus in Mönchengladbach : Zwei Tote und 26 Infizierte in Altenheim

In einer Wickrather Senioreneinrichtung sind zwei mit Corona infizierte Bewohnerinnen gestorben. Auch im Maria Hilf gab es zwei Tote in Zusammenhang mit dem neuartigen Virus. Jetzt gibt es in der Stadt schon fünf Todesfälle.

Erst vor wenigen Tagen waren im Sankt Antonius Altenheim in Wickrath drei Bewohner positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Seit Samstag gibt es dort zwei Todesfälle, und seit Sonntag steht fest: Mindestens 26 weitere Bewohner der Einrichtung sind infiziert, obwohl die ersten drei Virusträger laut Einrichtungsleitung sofort isoliert worden waren.

Wie Stadtsprecher Wolfgang Speen mitteilte, starben eine 90 und eine 98 Jahre alte Frau in dem Wickrather Altenheim. Für sie sei jede Hilfe zu spät gekommen. In ein Krankenhaus seien sie vor ihrem Tod nicht mehr eingeliefert worden. Beide Frauen hätten massive Vorerkrankungen gehabt.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass zwei Mitarbeiter des Sankt Antonius Altenheims mit dem Coronavirus infiziert sind. Die Mitarbeiter kamen in häusliche Quarantäne und alle 34 Bewohner des Wohnbereiches, in dem die beiden Kräfte zu tun hatten, seien daraufhin getestet worden. Das Ergebnis bis Sonntag: 26 Bewohner tragen das Virus in sich. Bei zwei Bewohnern liege ein negatives Ergebnis vor, und von weiteren sechs getesteten Personen stünden die Testergebnisse noch aus, heißt es seitens der Stadt. Dass gleich alle aus dem betroffenen Wohnbereich getestet wurden, liege daran, dass einige Bewohner typische Symptome zeigten, teilte Speen mit.

Anders war das bis Sonntag im Caritaszentrum Rheydt-Pongs. Dort war am vergangenen Montag ein 81-Jähriger ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er Fieber bekommen hatte. Einen Tag später stellte sich heraus, dass er infiziert ist. Zwar waren laut Auskunft von Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa alle Kontaktpersonen des Mannes dem Gesundheitsamt gemeldet worden. Vorsorgliche Tests soll es bei ihnen aber nicht gegeben haben. Bislang gilt: In der Stadt werden keine Corona-Tests ohne Symptome gemacht. So empfehle das auch das Robert-Koch-Institut, betont man.

Im Landkreis Konstanz will man jetzt dennoch anders vorgehen: Weil ältere Menschen besonders gefährdet sind, sollen dort Corona-Tests in allen Senioren- und Pflegeheimen angeboten werden. Auch im Saarland wurde diese Forderung laut.

Im Altenheim Wickrath musste der betroffene Wohnbereich auf Anordnung des Gesundheitsamts komplett isoliert werden. Die Angehörigen seien über die Situation informiert, sagt Stadtsprecher Speen. Heimleitung, Heimaufsicht und das Gesundheitsamt stünden im ständigen Kontakt. Die Stadt habe noch am Sonntag vor Ort die ordnungsgemäße Umsetzung der Isolierungsmaßnahme überprüft. Ihr Fazit: „Die entsprechenden Schutzmaßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz werden eingehalten.“ Das Wickrather Seniorenheim hat insgesamt drei Wohnbereiche und Platz für 100 Bewohner.

Auch im Krankenhaus, in den Kliniken Maria Hilf, starben zwei Corona-Infizierte, wie die Stadt am Wochenende mitteilte. Es handelt sich dabei um einen Mann und eine Frau, beide Jahrgang 1929. Auch sie hatten laut Speen erhebliche Vorerkrankungen. Damit ist die Zahl der Todesfälle (Stand: Sonntag) in Mönchengladbach auf fünf gestiegen. Den ersten mit dem Coronavirus infizierten Toten gab es in der Stadt am 27. März: Ein 67-Jähriger, der wegen einer Vorerkrankung einer Risikogruppe angehörte, war ebenfalls in einem Krankenhaus gestorben.

Für Irritation sorgte am Sonntag, dass in der Auflistung des Robert-Koch-Instituts für Mönchengladbach elf Corona-Tote aufgeführt wurden. Die Stadt korrigierte: Bei der Übertragung der Zahlen sei ein Fehler unterlaufen, räumte Speen ein. „Wir wissen von fünf Toten.“

Die Zahl der bestätigten Corana-Infektionen ist am Sonntag noch einmal deutlich gestiegen. 169 Personen waren in Mönchengladbach nachweislich infiziert. Am Samstag waren es noch 147 und am Freitag 138. Das Gesundheitsamt verzeichnet am Sonntag (Stand: 14 Uhr) 29 neue positive Nachweise.

Insgesamt ist die Zahl der seit 3. März bestätigten Cotona-Fälle auf 294 (Vortag: 265) gestiegen. Die Zahl der genesenen Patienten ist auf insgesamt 120 (Vortag: 115) gestiegen.

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