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Mönchengladbach: Zwangsräumung für Kindergarten

Kindergarten in Mönchengladbach : Zwangsräumung für die Kita Mummpitz

In mehreren Containern spielen die 40 Kinder der Kita an der August-Montforts-Straße. Jetzt erhielt der Trägerverein die Kündigung zum 31. Juli. „Wo sollen wir hin?“, fragen die ratlosen Eltern. Die Stadt sucht nach einer Lösung.

Die Nachricht war ein Schock: Der Kindergarten Mummpitz, der sein Container-Domizil an der August-Montforts-Straße neben dem neuen Altenheim hat, soll das Gelände zum 31. Juli räumen. Das Bauunternehmen Jessen hat dem Mumm-Familienservice als Träger der Kita die Kündigung geschickt. Die Hoffnung, dass die Kita-Container zum Monforts-Quartier verlagert werden können, hat sich zum jetzigen Zeitpunkt zerschlagen. „Wir wissen nicht, wo wir 40 Kinder und sieben Mitarbeiter ab August unterbringen können“, sagt Dorothea Hüttersen, Geschäftsführerin des Trägervereins.

Die Nachricht von der kurzfristigen Kündigung sorgte bei den Eltern für Entsetzen. „Ich bin einfach nur wütend. Es ist unerhört, wie man mit uns umgeht“, sagt Susanna Maia, deren Tochter Luana (5) die Kita besucht. Derzeit sucht die Stadt nach einem Grundstück, auf dem die Container verlagert werden können. „Wir prüfen drei Varianten, können aber nicht garantieren, dass wir zeitnah eine Lösung finden“, sagt Sozialdezernentin Dörte Schall. Das könnte bedeuteten: Der Kita droht eine zeitweise Schließung.

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Dabei sollte der Kindergarten längst in festen Räumen sein. Am Hardterbroicher Markt will Jessen einen Komplex mit Wohnungen und einer Stadtsparkassen-Filiale bauen, ein viergruppiger Kindergarten soll da fest integriert werden. „Anfang 2017 hat man den Eltern die Pläne für die Kita gezeigt. Es hieß damals, dass spätestens Mitte 2017 Baubeginn sein sollte“, erinnert sich die allein erziehende Mutter Susanna Maia. Zwischenzeitlich sollten die 40 Kinder in Kindergarten-Container untergebracht werden, die in der Nachbarschaft zur künftigen Einrichtung auf einem freien Grundstück eine Bleibe bekommen. Auch dieses Areal neben dem neuen Altenheim reklamiert Jessen für sich. Mutter Maia: „Wir waren alle sicher, dass wir in einem Jahr in den neuen Kindergarten einziehen konnten.“

Doch dann stellte das Bauunternehmens Jessen für neun seiner Gesellschaften im November 2017 überraschend Insolvenzanträge. Seitdem stocken die Pläne für den Komplex Hardterbroicher Markt. Vor fast drei Monaten eskalierte die Situation erstmals, weil die Firma Jessen dem Trägerverein des Kindergartens zum 31. August die Kündigung androhte. Man verkaufe das Grundstück an einen Investor, der ab Frühherbst hier ein Bauprojekt plane, teilte das im Nordpark beheimatete Unternehmen mit. Immerhin stellte es den Kontakt zur Geschäftsführung des Monforts-Quartiers her, das nur ein paar hundert Meter entfernt ist. Hier, so hieß es, könnten die Container stehen, auch der Bau eines Kindergartens sei denkbar. Diese Pläne werden derzeit nicht mehr verfolgt. „Wir konnten uns nicht auf eine Miete einigen“, sagt Dorothea Hüttersen vom Mumm-Familienservice. „Die Genehmigungsbehörden haben dafür kein grünes Licht gegeben“, erklärt Reinhard Körsmeier, Geschäftsführer des Monforts-Quartiers. Dann kam die Kündigung für die Nutzung des Geländes, auf dem die Container stehen, durch Jessen – nicht zum 31. August, wie es vorgesehen war, sondern bereits zum 31. Juli. „Das ist kündigungsrechtlich zu diesem Termin notwendig“, sagt Joachim Bücker von Jessen.

Gegenüber dieser Zeitung teilte er mit, nächste Woche darüber mit dem Trägerverein des Kindergartens sprechen zu wollen. Dieser hat die Stadt eingeschaltet. „Wir wissen nicht mehr weiter, brauchen eine Lösung“, sagt Hüttersen. Bei der Stadt lotet man Alternativen in Nähe der jetzigen Einrichtung aus. Favorit ist derzeit die Krallsche Wiese.

(web)