Mönchengladbach: Zum Ende der Sommerferien

Kolumne Mensch Gladbach : Achtung, Ferienende!

Das Ende der Sommerferien ist nicht nur für Schüler eine höchst erfreuliche Angelegenheit. Mit diesen Zeilen überführen wir alle Heimkehrer und solche, die gar nicht weg waren, sanft in die Begebenheiten des Alltags zurück: Müll, Kneipen, W-Lan und Cannabis.

Liebe Mönchengladbacher, die Sie weit gereist sind in den vergangenen Wochen! Und liebe Mitbürger, die das nicht getan und ihrer Heimat die Treue gehalten haben! Herzlich willkommen zurück in der Alltagsgesellschaft unserer Lieblingsstadt. Erstere geben wahrscheinlich vor, sich überhaupt nicht an den Urlaubsort zurück zu sehnen. Und Letztere finden es mit Sicherheit gar nicht so schlimm, dass jetzt die Straßen wieder viel voller sind. Das ist sehr höflich von beiden Seiten!

Für alle Sommerferienbeender fassen wir deshalb hiermit offiziell zusammen, was sich während ihrer Zeit im Paradies (ob nun Malediven oder Mönchengladbach) Aufregendes ereignet hat. Lesen Sie hier, geordnet nach Urlaubsländern, was dieser Tage geschah:

Singapur Der Stadtstaat ist die sauberste Stadt in Asien, Reisende berichten vom Bürgersteig, von dem man essen könne. Dafür sind auch die Strafen für illegales Müllentsorgen sehr saftig, nämlich bis zu 6.500 Euro. Es kommt auch vor, dass erwischte Müllsünder einen Tag lang Parks sauber machen müssen. Warum eigentlich nicht auch bei uns? Der wild entsorgte Müll hat nämlich auch in Mönchengladbach eine neue Eskalationsstufe erreicht. In Großheide musste die Mags Container entfernen, um die Rattenpopulation in den Griff zu bekommen, die sich dort pudelwohl fühlt. Das ist traurig und macht wütend. Das Erstaunliche ist ja die Reaktion der Müllsünder, wenn man sie darauf anspricht. Man wird angepöbelt. Da möchte man spontan eine Reise nach Singapur spendieren. One Way.

Großbritannien Die Briten sind dieser Tage ein seltsames Volk, das mit dem Brexit etwas tut, was es eigentlich gar nicht so richtig will. In einem aber sind sie standhaft: Sie stehen zu ihrem Pub. Der Besuch an der Theke gehört traditionell zum Alltag dazu. Bei uns hingegen werden die Kneipengänger immer seltener und damit auch die Kneipen immer weniger. Dabei sind so viele Wirte ausgezeichnete Gastgeber, deren Beitrag zur örtlichen Gemeinschaft man nicht unterschätzen darf.

Norwegen Das skandinavische Land hat uns mindestens zweierlei voraus: Fjorde. Und digitale Schulen. Zumindest was den Unterricht angeht, holen wir jetzt auf. Jedenfalls gibt es Geld für eine etwas bessere Ausstattung, für die es höchste Zeit wird. Aber es braucht auch gute Unterrichtskonzepte. Es ist gut, dass jetzt zwei Pilotschulen eben solche ausarbeiten. Dabei darf es dann aber nicht bleiben. Allen sei ein Blick in die Textilakademie empfohlen, die komplett ohne Bücher, ohne Kopierer, ohne Tafelkreide, nur mit Smartboards, Tablets und Laptops unterrichtet.

Niederlande Es soll Urlauber geben, die am Nachbarland nicht nur Fritten, sondern auch Cannabis schätzen. Die Legalisierung des Letzteren forderte der Jungliberale René Respondek im Interview mit unserer Redaktion. Darüber sollten wir mal bei einem gepflegten Bier in der Lieblingskneipe chatten.

Egal, wo sie nun waren oder sich hinwünschen: Zuhause ist es doch am schönsten, nicht wahr?

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