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Mönchengladbach: Zeugen machen widersprüchliche Aussagen bei Prozess

Angeklagter soll Opfer mit Messer und Flasche bedroht haben : Prozess um schwere räuberische Erpressung: Widersprüche in Zeugenaussagen

Ein 29-Jähriger ist angeklagt, im Oktober eine Gruppe von Menschen auf dem Platz der Republik mit Messer und Glasflasche bedroht zu haben.

Im Prozess um schwere räuberische Erpressung vor dem Landgericht (KLs 50/19) ging es um einen Vorfall im Oktober vergangenen Jahres. Der Anklage zufolge war der 29-jährige Angeklagte gegen 2 Uhr morgens auf dem Platz der Republik auf eine Gruppe Menschen getroffen. Der Angeklagte habe der Gruppe etwas zum Kauf angeboten. Nachdem diese ablehnte, habe er dennoch Geld gefordert. Um dies durchzusetzen, soll er ihnen ein Messer vorgehalten haben. Außerdem habe er eine Bierflasche zerschlagen und sei damit auf die Gruppe zugegangen. Einer habe dem Angeklagten sein Portemonnaie gegeben, dies enthielt aber nur zehn Euro. Der Angeklagte und ein weiterer Begleiter hätten das Geld genommen und seien geflohen.

Während der Gerichtsverhandlung sagten verschiedene Zeugen aus – darunter auch die Person, die dem Angeklagten das Geld gegeben haben soll. In ihren Aussagen widersprachen sie sich nicht nur gegenseitig. Auch gegenüber ihren eigenen Aussagen, die sie zuvor bei der Polizei gemacht hatten, tauchten Widersprüche auf. So blieb etwa unklar, ob, oder wann der Angeklagte das Messer gezogen und die Bierflasche in der Hand gehalten haben soll.

Der Verteidiger führte den schwierigen Lebenslauf des Angeklagten an: Er sei im Gazastreifen geboren und habe als Kind beide Eltern bei einem Bombenangriff verloren. Außerdem habe er durch eine Miene eine schwere Knieverletzung erlitten. Der Angeklagte habe zudem nie eine Schule besucht. Seit 2007 sei er in Deutschland und habe auch hier nie die Chance auf Sprach- oder Integrationskurse bekommen. Daher bekämpfe er seinen Frust mit Alkohol- und Drogen. Ein Sachverständiger Psychologe bestätigte, dass der Drogenkonsum als Selbsttherapie dienen könnte.

Zudem wurde festgestellt, dass der Angeklagte auch zum Tatzeitpunkt einen Blutalkoholwert von 2,28 Promille hatte. Er ist bereits mehrere Male zu Geldstrafen verurteilt worden, wegen Diebstahl und Sachbeschädigung. Außerdem hat er zwei Haftstrafen von einem und von zwei Jahren abgesessen – unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstahl und illegalem Besitz von Betäubungsmitteln. Das Urteil soll am 11. März gesprochen werden. Bis dahin wird der Angeklagte aus der Untersuchungshaft entlassen, da er dem Vorwurf des schweren Raubes nicht mehr hinreichend verdächtig sei.