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Mönchengladbach: Zeppelin fliegt über Mönchengladbach und misst Luft

Forschungsflug : Zeppelin misst Luftqualität über Mönchengladbach

Zeppelin misst Luftqualität über Mönchengladbach

Das Luftschiff fährt im Rahmen eines großangelegten Projekts des Forschungszentrums Jülich über die gesamte Region Rheinland, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Luft zu prüfen.

Ein Zeppelin kreiste am Donnerstagmittag über dem Rheinland. Auch in Mönchengladbach und Korschenbroich wurde das Luftschiff gesichtet. Der Zeppelin ist Teil eines Projektes des Forschungszentrums Jülich, das prüft, wie sich der Shutdown als Folge der Corona-Pandemie auf die Luftqualität im Rheinland auswirkt.

Das Jülicher Institut für Troposphäre startete Anfang Mai mit der Messkampagne vom Flughafen Bonn-Hangelar aus. Der Zeppelin soll bei mehreren Flügen auf verschiedenen Routen Spurengase und Feinstaub messen.

„Der Lockdown durch die Corona-Pandemie ist für die Wissenschaft eine einmalige Chance”, sagt Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel. Das Rheinische Revier, wo viele Menschen dicht leben und es viel Verkehr und Industriebetrieb gibt, werde in dieser Zeit zu einer Art „Reallabor“. „Das wird uns helfen genauere wissenschaftliche Daten zu bekommen, die widerum für die Politik wichtig sind”, sagt Rachel.

Der Zeppelin war am Donnerstag, 7. Mai, gegen 12.40 Uhr über dem Bunten Garten in Mönchengladbach zu sehen. Foto: Anika Reckeweg

Forscher gaben bereits bekannt, dass sich die Corona-Maßnahmen teilweise gravierend auf die Luftqualität in großen Städten ausgewirkt habe. „Wie genau sich der Corona-Shutdown auf die Luft im Rheinland auswirkt, werden die Flüge zeigen“, sagt die Jülicher Klimaforscherin Prof. Astrid Kiendler-Scharr. Geplant sind mehrere sechsstündige Flüge, bei denen Kohlenmonoxid, Stickoxide sowie Ozon gemessen werden. Zwei Partikelzähler erfassen den Feinstaubgehalt der Luft.

Die Jülicher Troposphärenforscher nutzen den Zeppelin NT, der seinen Heimathafen in Friedrichshafen am Bodensee hat, seit 2007 als Messplattform. Seine besonderen Flugeigenschaften machen ihn zu einem idealen Transportmittel für die Messgeräte: Er kann auf der Stelle schweben wie ein Helikopter, aber anders als dieser bis zu 24 Stunden nonstop fliegen. Zudem ist der Zeppelin NT wesentlich leiser als ein Hubschrauber und wird deshalb nicht als störend empfunden.

Nach den Messflügen kehrt der Zeppelin wieder an den Bodensee zurück. Am 28. Mai sollen die Rundflüge mit dem Zeppelin bis Pfingstmontag, 1. Juni, ab dem Flughafen Mönchengladbach weitergehen.