Todesursachen in Mönchengladbach Zahl der Suizide von Frauen um fast 20 Prozent gestiegen

Mönchengladbach · Im Corona-Jahr 2022 starben elf Menschen weiblichen Geschlechts in der Stadt durch Selbsttötung – so viele wie nie in den zehn Jahren zuvor. Landesweit sehen die Zahlen völlig anders aus.

Eine Frau legt ihren Kopf in die Hände. (Symbolbild)

Eine Frau legt ihren Kopf in die Hände. (Symbolbild)

Foto: dpa/Marijan Murat

In der Stadt begingen 2022 17 Männer und elf Frauen Suizid. Das geht aus den Zahlen hervor, die Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) als Statistisches Landesamt mitteilt. Während die Zahl der Männer, die eine Selbsttötung verübten, im Vergleich zu den zehn Jahren zuvor relativ konstant blieb oder zurückging (2020 waren es ebenfalls 17 Männer, 2017 25 und 2013 sogar 29), war die Zahl der Suizide unter Frauen erstmals seit 2012 im Jahr 2022 mit elf Frauen zweistellig. 2021 waren es zwei Frauen, die sich selbst töteten, 2017 sowie 2013 jeweils sechs.

Zum Vergleich: In ganz NRW starben im Jahr 2022 1442 Menschen durch Suizid, davon 1056 Männer und 386 Frauen. So war die Suizidrate der Männer mit rund zwölf Fällen im Jahr etwa dreimal höher als die der Frauen mit rund vier Suiziden im Jahr 2022. Diese Entwicklung der Vorjahre hat sich weiter fortgesetzt. 2021 waren es 948 Männer und 386 Frauen.

In Mönchengladbach war unter allen Suizidraten der Anteil der Männer im Alter zwischen 55 und 60 mit sechs Menschen am höchsten. Auch hier gibt es eine Diskrepanz im landesweiten Vergleich: Unter allen Suizidraten in NRW war der Anteil der Männer im Alter von 85 Jahren und älter mit 48,1 (2021 waren es 55,4) am höchsten. Mit zunehmendem Alter stieg die Suizidrate landesweit an: In der Altersgruppe der über 85-Jährigen starben 25,4 (2021 waren es 26,2) Personen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner dieser Altersgruppe durch Suizid.

Die Statistiker weisen darauf hin, dass die Zuordnung der Todesursachen in der entsprechenden Statistik auf den Angaben der Ärzte basiert, die den Tod bescheinigten sowie den ausgestellten Todesbescheinigungen. Im Jahr 2022 wurden für zwei Prozent der Sterbefälle keine Todesbescheinigungen an das Statistische Landesamt übermittelt.

Kreisen Ihre Gedanken um Suizid? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar, Telefon 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

(sjo)