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Mönchengladbach: Xenia Marita Riebe präsentiert Roman „Nachbarn wie Gummibärchen“

Roman aus Möchengladbach : Tür an Tür mit Daniels Gummibärchen

In ihrem neuen Roman „Nachbarn wie Gummibärchen“ schildert Xenia Marita Riebe nachbarschaftliche Begegnungen aus Sicht eines Mannes.

Einen Heißhunger auf Gummibärchen kennt Xenia Marita Riebe nicht. Doch die Mönchengladbacher Autorin hat der Hauptfigur ihres neuen Romans eine derartige Angewohnheit auf den Leib geschrieben: Daniel Freiberger schätzt Gummibärchen nicht nur als süße Nascherei, sondern bei schwierigen Entscheidungen auch als farbige Platzhalter für unterschiedliche Optionen. Aus der Grundidee, die sich durchs Buch zieht, ist der originelle Titel „Nachbarn wie Gummibärchen“ entstanden.

Der Roman erzählt aus der Rückschau eine auf 20 Jahre angelegte Entwicklungsgeschichte aus Sicht des männlichen Ich-Erzählers Daniel. Die Erzählperspektive betont Daniels persönliche Sicht und seine Empathie für das Umfeld. Auf der ersten Seite verrät der Protagonist, dass er mit 40 Jahren erstmals im eigenen Haus wohnt und Ruhe findet, die teilweise skurrilen und manchmal auch melancholischen Begebenheiten aus zwanzig Jahren niederzuschreiben.

Die Autorin begleitet ihren Helden auf 480 Seiten durch das Studium der Biotechnologie und Promotionszeit bis zur Anstellung in einem Biotech-Unternehmen. Dabei geht es ihr nicht vorrangig um den Universitätsbetrieb, sondern um die Menschen, denen Daniel begegnet. Dessen Lebensphasen sind nach dem Auszug aus der elterlichen Wohnung durch viele Umzüge und die dadurch verursachten zwischenmenschlichen Herausforderungen geprägt. Es sei ihr nicht schwergefallen, sich in den männlichen Helden einzufühlen. „Er ist mir sehr nahegekommen. Am Ende kam es mir so vor, als gebe es ihn wirklich“, erzählt die 1957 geborene Mönchengladbacherin.

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Riebe gliedert den Roman chronologisch nach den Städten, die für Daniel zu vorübergehenden Wohnorten werden. Die Unterkapitel sind mit Satzfragmenten aus den Dialogen des Handlungsstrangs überschrieben. Manche Beziehungen enden mit dem Wohnungswechsel, andere blühen an neuen Orten überraschend wieder auf.

Zu Daniels Bekanntschaften zählen zwei Künstlerinnen, deren Charakterisierung unschwer Parallelen zu Riebes früheren künstlerischen Schwerpunkten in Malerei und Skulpturen erkennen lassen. Erwähnt werden Papierskulpturen in der Art, wie sie auch in ihrem Gesamtschaffen zu finden sind. „Die bildende Kunst ist für mich immer noch da, nimmt aber nicht mehr so viel Raum ein wie früher. Das hat auch mit meinen Augen zu tun“, sagt die Künstlerin, die an der Zürcher Kunstschule Malerei studierte. Daniels soziale Vernetzung in sein Umfeld entspricht ebenfalls einem Grundthema ihrer Kunst.

„Das Ende ist ein vorläufiges Ziel. Ich habe es bewusst offengehalten, denn die Geschichte soll weitergehen mit neuen Nachbarn“, verrät Riebe. Der fünfte Roman der Mönchengladbacher Autorin ist im Kühlen-Verlag erschienen. Das blaugrundige Cover zeigt passend zum Titel eine Reihe von bunten Gummibärchen.

Info „Nachbarn wie Gummibärchen“, Bestellnummer: ISBN: 978-3-87448-537-1. Bisher verlegte Romane der Autorin: „Die Farbe des Bernsteins“, „Alaska Highway Mile 895“, „Dunkle Falter aus Papier“, „Unter dem Windrad“ (als E-Book erschienen), Kunstbuch „Global Citizen ART Projekt“.
Szenische Lesungen sind online auf der Internetseite www.libri.xenia-art.de zu finden.