Analyse für Mönchengladbach IHK warnt – Wirtschaft in der Region verliert an Boden

Mönchengladbach · Bei vielen wichtigen Kennziffern liegt Mönchengladbach am mittleren Niederrhein hinten. Mehr Unternehmen müssten angesiedelt werden, so die IHK. Das sind die zentralen Ergebnisse ihrer Analyse.

 Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein.

Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein.

Foto: Bauch, Jana (jaba)

Bei den wesentlichen Kennziffern der Volkswirtschaft in er Region Mittlerer Niederrhein ist Mönchengladbach an vielen Stellen hinten. Besonders der Arbeitsmarkt bleibt problematisch, ist eine wesentliche Erkenntnis einer Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. „Die Ergebnisse stimmen nachdenklich“, warnt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. „Wir müssen die Attraktivität unserer Region und Mönchengladbachs für Unternehmen wieder stärken. Da sind alle Akteure gefordert.“

Danach kommt der Mittlere Niederrhein auf ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 73.328 Euro pro Erwerbstätigen, in NRW und im Bundesgebiet ist der Wert jeweils höher. „Wir entfernen uns bei der Produktivität mit jedem Jahr etwas weiter vom Bundesdurchschnitt – leider im negativen Sinne“, erklärt Steinmetz. „Zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts haben wir in der Region noch überdurchschnittliche Werte aufgewiesen.“ Mönchengladbach schneidet dabei noch schlechter an und kommt auf ein BIP von 65.855 Euro je Erwerbstätigem.

Gleichzeitig ist die Exportquote der Industrie in der Region mit 51,6 Prozent überdurchschnittlich hoch. In NRW und Deutschland liegt die Exportquote deutlich darunter. „Das ist ein Zeichen dafür, dass am Niederrhein innovative Betriebe ansässig sind, deren Produkte weltweit gefragt sind“, erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Die Daten zur Steuerkraft zeigen jedoch, dass wir die Ertragsbasis durch Unternehmensansiedlungen erhöhen müssen.“ In Mönchengladbach sind die Exporte geringer (45 Prozent Anteil), dafür hat sich die Produktivität seit 2010 besser entwickelt als in anderen Teilregionen des Mittleren Niederrheins. „Wir hoffen, dass Mönchengladbach diesen Trend in Zukunft fortsetzen kann“, so Steinmetz.

Zwar haben die Unternehmen am Mittleren Niederrhein in den vergangenen zehn Jahren deutlich Beschäftigung aufgebaut – das Plus von 18 Prozent liegt etwa auf Landes- und Bundesniveau –, dennoch hat der Arbeitsmarkt strukturelle Probleme. Die Arbeitslosenquote ist mit 10,0 Prozent im letztjährigen Jahresdurchschnitt überdurchschnittlich hoch. Auch bei der Jugend-, Alters- und Langzeitarbeitslosigkeit kommt der Mittlere Niederrhein auf überdurchschnittlich hohe Werte.

„Wenn wir langfristig bessere Quoten haben möchten, wird es nicht reichen, den Status-Quo zu halten“, warnt Steinmetz. Auch für eine Verbesserung der Arbeitsmarktdaten sei es notwendig, innovative Unternehmen in der Region anzusiedeln. Das gelinge nur durch bessere Rahmenbedingungen. In Mönchengladbach gehört die Arbeitsmarktlage zu den schwierigeren im IHK-Bezirk. „Das betrifft insbesondere die Jugend- und die Langzeitarbeitslosigkeit“, so Steinmetz. Die Quote der Arbeitslosen der 55- bis 65-Jährigen liegt in der Stadt bei 9,0 Prozent, bundesweit bei 6,0 Prozent. Bei der Jugendarbeitslosigkeit ist Mönchengladbach mit einer Quote von 10,1 Prozent Spitze in der Region (Bundesdurchschnitt: 5,5 Prozent). Die Quote der Langzeitarbeitslosen liegt bei 3,8 Prozent.

(angr)
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