1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach will sich für Talentschulen bewerben

Schulversuch : Talentschulen für die Stadt

Das Fachamt hat nach eigenen Angaben schon geeignete Schulen angesprochen.

Bevor der Antrag der FDP, die eine Bewerbung der Stadt für eine Talentschule fordert, am Mittwoch in der Ratssitzung beraten wurde, schickte die Stadt urplötzlich eine offizielle Pressemitteilung heraus. Darin hieß es stark verkürzt und sinngemäß: „Das machen wir längst.“ Gleich nach Bekanntwerden der konkreten Vorgaben des NRW-Schulministeriums zum Schulversuch „Talentschulen“ habe sich der Fachbereich Schulen und Sport von Schuldezernent Gert Fischer auf den Weg gemacht, um die Chancen für den Standort Mönchengladbach und die einzelnen Schulen zu ermitteln, teilte die Pressestelle mit.

„Mönchengladbach erfüllt die notwendigen Anforderungen“, sagte Stadtsprecher Wolfgang Speen. Im Hinblick auf eine Vielzahl an sozioökonomischen Kennzahlen weise die Stadt eine deutlich höhere Belastung auf als der NRW-Durchschnitt. Bezogen auf die Einkommens- und Kinderarmut sowie dem Anteil an Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren in Hartz-IV-Familien stünden nur Kommunen im Ruhrgebiet noch schlechter da. Auch der Anteil an Abgängern ohne Schulabschluss sei in Gladbach überdurchschnittlich.

  • Krefeld : Arndt will Talentschule werden
  • Erster Beigeordneter Michael Heesch zu Gespräch in Düsseldorf : Heesch will „Talentschule“ prüfen
  • Im Derby zwischen Waldniel und Brüggen
    Fußball-Bezirksliga : Kein Sieger zwischen Brüggen und Waldniel

Darüber hinaus könnten in Mönchengladbach einzelne Stadtteile identifiziert werden, die als sozial benachteiligte Sozialräume eingestuft werden können. Deshalb sehe die Stadt den Bedarf zur Verortung von Talentschulen in Mönchengladbach als gegeben. Anhand eines vorgegebenen Kriterienkataloges ermittele der Schulträger die Rangfolge der in Frage kommenden Schulen. Zunächst soll für die Schulformen Hauptschule, Realschule und Gesamtschule jeweils eine Mönchengladbacher Schule am Bewerbungsverfahren teilnehmen. Die Schulen müssen im Rahmen des Antragsverfahrens ein besonderes pädagogisches Konzept zur sprachlichen Förderung, mit dem Angebot zu mehr praktischem Arbeiten, zu erweiterten Lernmöglichkeiten im Rahmen eines MINT-Profils (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) oder eines Profils im Bereich der kulturellen Bildung mit mehr individuellen Beratungselementen sowie Elementen der Berufsorientierung ausarbeiten. Außerdem müsse die Bereitschaft bestehen, sich im Quartier stärker zum Beispiel mit den Grundschulen, Einrichtungen der Jugendhilfe, weiterführenden Bildungseinrichtungen, Migrantenselbstorganisationen, der Wirtschaft oder Stiftungen zu vernetzen. Ob die ausgewählten Schulen bereit sind, die erforderliche Konzeption zeitnah zu erarbeiten, müssten diese zunächst im Kollegium abstimmen und anschließend in der Schulpflegschaft beschließen, teilte die städtische Pressestelle mit. Die Schulen seien vom Fachbereich Schule und Sport angesprochen worden. Mit Beginn des Schuljahres erfolgten die Abstimmungsverfahren. Der Bewerbungszeitraum läuft bis Anfang Dezember. Anfang 2019 will das Land zunächst bis zu 35 Schulen auswählen, die zum Schuljahr 2019/2020 als Talentschule starten.

Die am Schulversuch teilnehmenden Schulen sollen mit einem Zuschlag in Höhe von 20 Prozent auf den Grundstellenbedarf unterstützt werden. Für die Umsetzung des Konzepts stellt das Land 315 zusätzliche Lehrerstellen bereit. Jede ausgewählte Schule soll außerdem ein um 2.500 Euro erhöhtes Fortbildungsbudget bekommen.

(gap)