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Mönchengladbach: Wildblumen und Stauden sprießen am Straßenrand

Wildblumen und Stauden in Gräben und auf Verkehrsinseln : Mönchengladbach blüht am Straßenrand

Wildblumen und Stauden sprießen entlang vieler Straßen in Mönchengladbach. Das nutzt Insekten, erfreut Naturschützer – und sieht richtig schön aus. Bürger, die helfen wollen, können Paten werden und sich bei der Mags melden.

Diebstahl, Vandalismus, Ignoranz – Mönchengladbacher Naturschützer waren in Sorge, als es entlang einiger Straßen in der Stadt zu sprießen begann. Würde das Grün ungestört gedeihen? „Unsere Befürchtung scheint sich nicht zu bestätigen“, sagt Heinz Rütten vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND heute. In der Tat: An etlichen Stellen im Stadtgebiet blühen Wildblumen und Staudengewächse in Beeten auf, die mitunter von Bordsteinen eingefasst sind. Das erfreut nicht nur den BUND, sondern auch Autofahrer wie Spaziergänger und nützt obendrein den Insekten. Damit scheint sich ein Schritt, den die fürs städtische Grün zuständige Mags vor drei Jahren getan hat, auszuzahlen.

Herbst 2017 war es, als die Mags zum ersten Mal amtlich gern als „Straßenbegleitgrün“ bezeichnete Pflanzen am Straßenrand setzte: Stauden- und Wildblumenbeete am Rheydter Ring und an der Straße Am Nordpark. Verschiedene Mischungen wurden ausprobiert, dabei ließ sich die Mags unter anderem vom Landschaftsarchitekten Prof. Thomas Fenner beraten. „Im Herbst 2018 wurden weitere Wildblumen- und Staudenflächen angelegt und mit einer passenden Pflanzenauswahl versehen. Rund 160 Standorte vom Kreisverkehr in Wanlo über den kompletten Willicher Damm und Nordring bis hin zur Kleinenbroicher Straße in Giesenkirchen sind so entstanden“, sagt Mags-Sprecherin Anne Peters-Dresen.

Rheydter Ring: Es blüht auch mitten im Verkehr. Foto: Holger Hintzen

Im Herbst 2019 kamen weitere 75 Standorte hinzu, die nun ebenfalls über den Sommer hinweg unterm Strich bis in den Herbst hinein bühen sollen. Zumindest wurden die Pflanzungen mit so klangvollen Namen wie „Tanz der Gräser“ und „Indian Summer“ so „komponiert“.  „Unsere Staudenmischungen sind sehr vielfältig, um eine über das Jahr gesehen lang andauernde Blüte zu ermöglichen“, sagt Jan Biehl, Leiter der Mags-Grünunterhaltung. Und: „Wildblumen- und Staudenbeete sind ökologisch wertvolle Flächen für Bienen, Schmetterlinge und Insekten.“

An der Halbinsel in Wickrath sieht man Rot. Foto: bauch, jana (jaba)

Der BUND ist zwar nicht völlig euphorisch, sieht aber auch den Nutzen für Insekten. Der „große Wurf gegen das Insektensterben“ sei das noch nicht, sagt Rütten, aber immerhin seien auch etliche Sorten gepflanzt worden, „die nicht nur schön aussehen, sondern auch Insekten Nahrung bieten“. Wichtig ist nach Ansicht Rüttens, dass die Pflanzen, „die Trockenheit weit besser vertragen als Rasen, bei anhaltender Trockenheit hin und wieder gewässert werden, was angesichts der Flächengröße auf Dauer nur funktioniert, wenn Anwohner dabei helfen, zum Beispiel in Form von Patenschaften.“ Das müsse die Mags weiter forcieren. Die gibt sich dafür offen und bittet potenzielle Paten, sich zu melden.

Auch in Voosen sprießen die Blumen sehr üppig am Straßenrand. Foto: Holger Hintzen

Die schon früh im April am Reststrauch, an der Kaldenkirchener-, Waldnieler-, Korschenbroicher- und Fliethstraße sprießenden Krokusse, Narzissen und Tulpen sollen dort auch 2021 wieder zu sehen sein. Damit sie dann noch kraftvoller blühen, lässt die Mags sie  möglichst lange stehen, auch wenn sie irgendwann verblüht sind. „Nur so vermehren sich die Frühblüher und kommen im nächsten Jahr noch üppiger wieder“, sagt Jan Biehl.