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Mönchengladbach: Wie die Caritas am Standort investiert

Verband in Mönchengladbach : Wie die Caritas am Standort investiert

Die Corona-Pandemie hat auch den Caritasverband in Mönchengladbach geprägt. Doch trotz schwieriger Lage und einigen Herausforderungen konnte die Caritas ihr Angebot im vergangenen Jahr enorm ausweiten.

Die Bilanz, die der Caritas-Vorsitzende Christof Wellens und Geschäftsführer Frank Polixa für das Jahr 2021 ziehen, ist positiv. „Trotz Pandemie gab es keinen Stillstand im Caritasverband“, sagt Polixa. Und das, obwohl gerade im Bereich der Pflege und Betreuung von Menschen viele Herausforderungen auf den Verantwortlichen lasteten. „Älteren und erkrankten Menschen muss mit Corona natürlich ein besonderer Schutz im täglichen Miteinander gewährt werden“, sagt Wellens. Dazu gehören unter anderem besondere Hygienekonzepte, separate Dokumentationen oder auch eingeschränkte Besuchszeiten.

Pandemie Vor allem haben es die Mitarbeitenden bei der Caritas in Mönchengladbach geschafft, dass die Pandemie zu keinem Stillstand geführt hat. „Es gab und gibt so viel Zuwendung und Unterstützung für unsere Klienten. Das verdient größten Respekt“, betont Polixa. Die zunehmende Belastung der Beschäftigten bereitet dem Vorstand jedoch Sorge. „Viele Mitarbeitende sind am Limit“, sagt Polixa. Das Thema Pflegenotstand sei nicht erst seit Corona aktuell, habe in den vergangenen beiden Jahren aber besonders durchgeschlagen.

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Fachkräfte und Nachwuchs Um aktiv gegenzusteuern, hat der Caritasverband sein Engagement als attraktiver Arbeitgeber verstärkt: Gute Konditionen, ein Firmenticket für den öffentlichen Personennahverkehr oder Leasing-Dienstfahrräder sollen motivieren und attraktiv für die gesuchten Fach- und Nachwuchskräfte sein. Mit ersten Erfolgen: 2021 konnte die Anzahl an Azubis im Vergleich zu den Vorjahren erneut erhöht werden. „Hier schöpfen wir Hoffnung für die Zukunft“, sagt Wellens. Aktuell erlernen 70 Frauen und Männer ihren Beruf im Caritasverband. Darunter Pflegefachkräfte, Köche oder Kaufleute im Gesundheitswesen. Auch sind zwei Studierende der Sozialen Arbeit Teil des Verbandes.


Neues Pflegeheim Zu den Erfolgen des vergangenen Jahres zählt die Caritas-Spitze auch die Übernahme des Pflegewohnhauses Theresianum an der Kaiserstraße. Es ist das fünfte Altenheim des Verbands. Auf diesem Wege wurden bei der Caritas 36 weitere Plätze für pflegebedürftige Menschen geschaffen. „Es ist ein kleines, sehr familiäres Haus, das früher von Ordensschwestern bewohnt wurde. Die alten Zimmer unter dem Dach wurden renoviert und möbliert und bieten nun Azubis sowie ukrainischen Flüchtlingen eine Unterkunft“, sagt Wellens.

 Die Caritas Mönchengladbach hat von den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut das Pflegeheim Theresianum auf der Kaiserstraße übernommen.
Die Caritas Mönchengladbach hat von den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut das Pflegeheim Theresianum auf der Kaiserstraße übernommen. Foto: Denisa Richters



Umzug Freiwilligen-Zentrum Das Zentrum zog im vergangenen Jahr in größere Räumlichkeiten auf die Friedrich-Ebert-Straße in Rheydt und leistet dort unter anderem Unterstützung für Studierende in der sogenannten „Studentensprechstunde“. Außerdem halfen Impfpaten unbürokratisch beim Buchen und organisieren von Corona-Impfterminen.

 Das Freiwilligen-Zentrum der Caritas Mönchengladbach ist an die Friedrich-Ebert-Straße in eine Passage gezogen.
Das Freiwilligen-Zentrum der Caritas Mönchengladbach ist an die Friedrich-Ebert-Straße in eine Passage gezogen. Foto: Denisa Richters


Seniorengerechtes Wohnen Der Caritasverband bietet inzwischen 70 sozial geförderte seniorengerechte Wohnungen in Mönchengladbach an. Gerade erst sind 14 in der umgebauten Lebenskirche St. Johannes an der Urftstraße in Rheydt hinzugekommen.

Kinder Ein weiteres Augenmerk wurde 2021 auch auf die Frühförderung von insgesamt 220 Kindern gelegt, die unter Entwicklungsstörungen leiden. Darin spiegelten sich die Auswirkungen der Pandemie besonders wider, so die Caritas-Spitze. Die Anmeldezahlen haben sich im Vergleich zu früheren Jahren in 2021 verdoppelt. Der auf dem Gelände Am Kuhbaum im Hardter Wald untergebrachte Kindergarten hat sich außerdem von einer rein heilpädagogischen zu einer inklusiven Einrichtung gewandelt. Dort werden mittlerweile 63 Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam betreut.