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Hilfsorganisation in Mönchengladbach Wie der „Weiße Ring“ Opfern von Straftaten hilft

Mönchengladbach · Elke Bongartz und Antje Heymanns wollen das Angebot der Hilfsorganisation in Mönchengladbach ausbauen. Für eine gewisse Zeit wurden Gesuche über das Landesbüro abgewickelt. Jetzt gibt es wieder lokale Ansprechpartner.

Elke Bongartz (l.) und Antje Heymanns leiten die Außenstelle des „Weißen Rings“ in Mönchengladbach.

Elke Bongartz (l.) und Antje Heymanns leiten die Außenstelle des „Weißen Rings“ in Mönchengladbach.

Foto: Carsten Pfarr

Wer ausgeraubt oder bestohlen wird, hat im Zweifelsfall nichts mehr: kein Bargeld, keinen Wohnungsschlüssel, kein Handy und keine Bankkarten. Und das sind nur die materiellen Einbußen des Delikts. Wer sich in einer solchen oder einer vergleichbaren Situation befindet, braucht Hilfe – möglichst schnell, möglichst unbürokratisch. Die Polizei ist der erste Ansprechpartner, wenn man Opfer einer Straftat wurde. Doch es gibt auch Hilfsorganisationen, die unterstützen. Eine davon ist der „Weiße Ring“, der aber zuletzt keine Außenstelle in Mönchengladbach mehr hatte. Das hat sich geändert: Leiterin Elke Bongartz und Stellvertreterin Antje Heymanns bauen aktuell das Angebot in der Vitusstadt aus und sind als Ansprechpartnerinnen vor Ort im Einsatz. Ehrenamtlich.

Die beiden verstehen sich als „Lotsen“. Sie führen die Betroffenen an die richtigen Stellen, geben Tipps, was zu unternehmen ist. „Je nach Vorfall sind die Bedürfnisse ganz individuell“, weiß Bongartz: „Wir helfen jedem, das Alter ist egal. Bei Kindern sprechen wir mit den Sorgeberechtigten.“ Durch ihre jahrelange Erfahrung – Bongartz hat Jahrzehnte im Jugendamt gearbeitet, Heymanns bei der Polizei in Viersen – ist das Team bereits gut vernetzt, baut das Netzwerk aber im Kontext „Weißer Ring“ weiter aus. „Meistens macht die Polizei Opfer auf den ‚Weißen Ring‘ aufmerksam. Und wir bieten dann ein niederschwelliges Angebot“, sagt Heymanns. Der Verein sei Anlaufstelle für jeden, der von einer Straftat betroffen war – egal, ob Einbruch, Diebstahl, Raub, Sexualdelikt, Stalking, Körperverletzung oder Betrugsmaschen.

Die Ehrenamtler, neben Bongartz und Heymanns werden aktuell drei weitere Kräfte angelernt, bieten eine Erstberatung, begleiten bei Terminen (etwa bei der Polizei oder einem Anwalt) und haben einfach ein offenes Ohr. Wichtig sei, dass persönliche Ansprechpartner da sind, sagt Bongartz. Der „Weiße Ring“ könne Betroffene über Jahre begleiten, wenn das nötig ist. Und er kann bis zu 300 Euro Soforthilfe bereitstellen – etwa im Fall eines Handtaschendiebstahls, der eine Betroffene mit leeren Händen zurücklässt. Aber auch Beratungsschecks und sogar finanzielle Unterstützung für einen Umzug, wenn dieser vor dem Hintergrund von Straftaten unumgänglich ist, gehören zum Angebot, das da noch lange nicht aufhört.

Die Außenstelle Mönchengladbach ist zu erreichen unter Tel. 0160 98269102 und per Mail an moenchengladbach@mail.weisser-ring.de. Weitere Infos unter www. weisser-ring.de

Info Der „Weiße Ring“ finanziert sich durch Mitgliederbeiträge, Spenden und Geldbußen.

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