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Mönchengladbach: Wie Bürger Soforthifle nach dem Hochwasser bekommen

Hochwasserschäden in Mönchengladbach : Fluthilfe fließt auch nach Gladbach

Wem am 14. und 15. Juli der Keller vollgelaufen ist, kann bei der Stadt die Landeshilfe beantragen. Auch die Stadt selbst bekommt genau so viel Geld wie etwa Düsseldorf, wo die Flut wesentlich mehr Schaden angerichtet hat.

Der Sturzregen und das Hochwasser aus der vergangenen Woche haben auch in Mönchengladbach Schäden hinterlassen. Wenn auch bei Weitem nicht so heftige wie in anderen Teilen des Landes. Dennoch gibt es auch für Gladbacher Geschädigte des Extremwetters Hilfe vom Staat. Und zwar auch für die Stadt selbst. Das geht aus entsprechenden Erlassen der NRW-Staatskanzlei vom Donnerstagabend hervor. Aber vor allem die betroffenen Bewohner sollen jetzt schnell Hilfe bekommen. Vor allem in nördlichen Stadtteilen, Neuwerk und Hardt, waren Keller vollgelaufen.

Auch wer nicht direkt in einem Hochwassergebiet wohnt, soll schnelle Hilfe bekommen. Voraussetzung ist, dass ein Schaden in Höhe von mindestens 5000 Euro nachgewiesen werden kann, der nicht durch Versicherungsleistungen ersetzt wird, wie die Stadt mittelte. Dann gibt es je nach Haushaltsgröße bis zu 3500 Euro vom Land: 1500 Euro Sockelbetrag pro Haushalt und dazu für jede weitere Person im Haushalt 500 Euro. So soll eine „akute Notlage bei der Unterkunft oder bei der Beschaffung von Haushaltsgegenständen“ bewältigt werden.

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Die Hilfe wird über die Stadt abgewickelt. Die Antragsformulare gibt es bei der Stadt unter www.stadt.mg/soforthilfe. Die ausgefüllten Formulare können dann per E-Mail an soforthilfe@moenchengladbach.de oder per Post an die Stadt Mönchengladbach, Dez. III, 41050 Mönchengladbach geschickt werden. Die Hilfe wird ab der kommenden Woche ausbezahlt. Fragen beantwortet die Verwaltung Bürgern unter Telefon 02161 2554321.

Hilfe gibt es auch für Unternehmen, Gewerbetreibende und Freiberufler, die einen Schaden an ihrer Betriebsstätte erlitten haben. Für jede betroffene Betriebsstätte kann eine sogenannte Billigkeitsleistung in Höhe von 5000 Euro abgerufen werden. Das gilt aber nur für Unternehmen, die nicht in einem Insolvenzverfahren sind, das vor dem Starkregen begonnen hat – es sei denn, der Insolvenzverwalter gibt eine positive Fortführungsprognose ab.

Insgesamt stehen für Mönchengladbach 500.000 Euro bereit vom Land. Davon müssen nach Auskunft von Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) die Schäden bei Privatleuten, bei Unternehmen, aber auch bei der Stadt selbst finanziert werden.  Tatsächlich habe es solche auch bei der Stadt gegeben. An mindestens zwei Schulen seien demnach Fachräume und Lehrerzimmer von Hochwasser betroffen gewesen. „Da müssen wir jetzt kurzfristig reagieren“, sagte Heinrichs. Die Aufnahme der Schäden an städtischen Gebäuden sei aber noch nicht abgeschlossen.

Mönchengladbach bekommt damit die gleiche Summe an Soforthilfen wie etwa Düsseldorf, Essen, Bochum, Aachen und Köln. In den Kreis Euskirchen fließen 15 Millionen Euro, in den Rhein-Erft-Kreis sechs Millionen Euro. Andere Kommunen haben nach Informationen unserer Redaktion in einer Konferenz mit der zuständigen Ministerin Ina Scharrenbach angekündigt, auf die Hilfe zugunsten der stärker betroffenen Regionen zu verzichten. Ein solcher Akt dürfte für Mönchengladbach als Stärkungspakt-Kommune aber nur schwer machbar sein.