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Mönchengladbach: Weniger Grippefälle als in Vorjahren

Statistik für Mönchengladbach : Weniger Grippefälle als in Vorjahren

Laut Landeszentrum Gesundheit wurden während der „Grippesaison“ bis Ende Februar in der Stadt 172 Influenza­infektionen registriert.

Die bislang acht nachgewiesenen Fälle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Mönchengladbach bereiten vielen Menschen Sorgen. Eine gute Nachricht hingegen: Die in Spätherbst und Winter übliche Grippewelle ist in dieser „Saison“ bislang offenbar etwas glimpflicher ausgefallen, als in den beiden Jahren zuvor. Von Anfang Oktober 2019 bis in die neunte Woche 2020 wurden dem Landesgesundheitszentrum (LZG) Nordrhein-Westfalen 172 Fälle von Influenza (Grippe) gemeldet. Im gleichen Zeitraum der Saison 2018/19 wurden 278 Fälle registriert, 2017/18 waren es sogar 292 gewesen. Das jüngste vom Landeszentrum veröffentlichte Material besagt: Alleine in der Kalenderwoche neun (24. bis 29. Februar) 2020 gab es in Mönchengladbach 25 Meldungen. In der Woche davor waren es 31 gewesen.

Was ist die typische Grippesaison? Als Beginn einer Grippe-Saison, so das LZG, wird für die Statistik dieses Zeitraums die 40. Kalenderwoche eines Jahres angesetzt. Die Saison endet zwischen der 15. und 20. Kalenderwoche des folgenden Jahres. „In der Regel treten die meisten Erkrankungen im ersten Quartal des neuen Jahres auf. Es kommt dann zu einem sprunghaften Anstieg an Erkrankungsfällen, der sogenannten Grippewelle“, erläutert das Landeszentrum. Das heißt freilich nicht, dass es nicht auch in anderen Monaten zu Influenzafällen kommt. So gab es etwa 2018 auch in den Kalenderwochen zehn und elf noch ziemlich hohe Fall-Meldungen (99 bzw. 88). In den beiden Folgewochen sanken die Zahlen auf 41 bzw. 16, die Kalenderwoche 17 war dann wieder die erste ohne neue Meldung. Im gesamten Kalenderjahr 2018 wurden in Mönchengladbach 543 Influenza-Infektionen registriert.

Was unterscheidet Influenza von einer Erkältung? Die „echte“ Grippe wird durch Influenzaviren verursacht und unterscheidet sich hinsichtlich der Ursache und der Risiken von einem landläufig „Erkältung“ genannten grippalen Infekt. Solche Erkältungen werden von anderen Viren ausgelöst und können in der Regel nicht lebensbedrohlich werden. Anders die durch Influenza hervorgerufene Grippe: Es kann zu schweren Komplikationen kommen, beispielsweise zu einer Lungenentzündung. Mitunter endet die Erkrankung tödlich. Besonders von Komplikationen betroffen sind Senioren und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder mit Vorerkrankungen.

Wie viele Todesfälle gab es? Zahlen dazu liefert das LZG für ganz Nordrhein-Westfalen. Demnach wurden im Kalenderjahr 2018 von landesweit 35.681 gemeldeten Influenzafällen 13.529 in einem Krankenhaus behandelt. 209 Menschen starben.

Wie sammelt das Landeszentrum Gesundheit Daten? Wird eine Infektion mit dem Influenza-Virus bei einem Labortest nachgewiesen, muss das gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG)  an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden. Die Gesundheitsämter wiederum übermitteln die bei ihnen eingegangenen Meldungen an das LZG.

Wie aussagekräftig sind die Daten? „Die Meldungen nach IfSG erfassen nie alle Grippe-Erkrankungen, da nicht jede erkrankte Person eine Ärztin oder einen Arzt aufsucht“, kommentiert das Landeszentrum seine Statistik. „Nicht alle Ärztinnen und Ärzte veranlassen Labornachweise, wenn sich Personen mit entsprechenden Krankheitszeichen vorstellen. Ob ein entsprechender Nachweis in Auftrag gegeben wird, wird von der Ärztin oder dem Arzt situationsabhängig entschieden, es besteht keine entsprechende Verpflichtung. Die Zahl der tatsächlich an Grippe erkrankten Personen wird somit deutlich über den Meldezahlen liegen.“ Die Meldedaten geben nach Ansicht des Landeszentrums gleichwohl „einen guten Anhaltspunkt über den Verlauf einer Grippe-Saison“.