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Mönchengladbach: Weiße Kunststoff-Blumenkübel und "Enzis" für die Innenstädte

Stadtmöbel in Mönchengladbach : Neue Blumenkübel aus Plastik für die Innenstädte

Nach jahrelangem Kübel-Streit hat die Stadt jetzt eigene Blumenbehälter aufgestellt – und zwar aus weißem Kunststoff. Dieses Material verbietet eigentlich die Gestaltungssatzung. Dazu gibt es neue Sitzmöbel in Rheydt und im Geropark: Enzis.

Sie sind weiß, aus Kunststoff, etwa einen Meter hoch und rund, und sie sind zum Start bepflanzt mit fünf verschiedenen Sommerblumen: Der Rheydter Marktplatz hat seit Donnerstag Blumenkübel. Sieben davon stehen im Halbkreis rund um den Brunnen vor dem Rathaus, drei weitere vor der evangelischen Hauptkirche. Auch in der Gladbacher Innenstadt stehen zehn dieser Blumenkübel, und zwar entlang der Hindenburgstraße an den Kreuzungen mit der Wallstraße, der Ferdinandstraße, der Stephanstraße, der Kapuzinerstraße und der Albertusstraße. Planungsdezernent Gregor Bonin und die Bezirksvorsteher Barbara Gersmann (SPD, Süd) und Herbert Pauls (CDU, Nord) stellten das Mobiliar jetzt vor.

Dazu gehören außerdem neue Sitzgelegenheiten: Enzis werden die Kunststoffliegen genannt, die mit Wasser gefüllt sind. Fünf davon stehen ebenfalls auf der Wiese am Rheydter Markt, fünf weitere im Geropark. „Sie sind eine explizite Einladung an die Bürger, sie zu nutzen“, sagt Bonin. „Die Bürger sollen den öffentlichen Raum für sich nutzen können.“ Das taten die ersten Menschen auch am Donnerstag in der Mittagssonne bereits. Die Enzis wurden erstmals 2002 in Wien im Innenhof des Museumsquartiers aufgestellt. Inzwischen sind sie in immer mehr deutschen Städten zu finden und werden rege genutzt. „Der Geropark ist jetzt richtig erlebbar“, schwärmt Bezirksvorsteher Pauls. „Das ist ein Quantensprung gegenüber vor fünf Jahren.“

 Diese Holzkübel durfte Wirt Harald Gerstung am Ratskeller nicht aufstellen.
Diese Holzkübel durfte Wirt Harald Gerstung am Ratskeller nicht aufstellen. Foto: Raupold, Isabella (ikr)
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Mit den Blumenkübeln verbindet die Stadt die Hoffnung, dass sich der jahrelange Streit um die Gestaltungssatzung in Rheydt und das damit verbundene Verbot für Gastronomen, eingrenzende Begrünung um ihre Terrassenplätze aufzubauen, erledigt hat. Der Streit war vor zwei Jahren entbrannt, als Ratskeller-Wirt Harald Gerstung hochwertige neue Holzelemente hat bepflanzen lassen, die er aber auf Geheiß des Ordnungsamtes wieder entfernen musste. Dies verstoße gegen die Gestaltungssatzung, die solche Einfriedungen von Außengastronomie nicht zuließ.

Das hatte in weiten Teilen der Stadt für Empörung gesorgt. Im vergangenen Jahr kündigte das Rathaus in der Bezirksvertretung dann den Kompromiss an, einheitliche Blumenkübel anzuschaffen und die auch einheitlich bepflanzen zu lassen. Das ist jetzt geschehen: Statt der Holzkübel des Ratskellers stehen seit Donnerstag die weißen Kunststofftonnen. „Wir begrüßen es, dass diese Diskussion jetzt hoffentlich beendet ist“, sagt Christoph Hartleb, Vorsitzender des Rheydter Citymanagements. „Das Ensemble ist schick und gelungen.“

Die Stadt hat die Kübel angeschafft. Die Kosten liegen inklusive Bepflanzung (die im Herbst noch einmal der Jahreszeit entsprechend verändert wird) in diesem Jahr bei rund 14.000 Euro. Für die zehn Enzis kommen noch einmal knapp 15.000 Euro hinzu. „Wir wollen etwas ausprobieren“, sagt Bonin. „Und wir hoffen, dass auch in anderen Stadtteilen das Interesse daran geweckt wird.“ Stadtplaner Taco de Marie sagte: „Wir wollen jetzt schauen, wie die Resonanz und die Nachfrage ist.“

 Enzis heißen diese Sitzmöbel, sie stehen im Geropark und am Rheydter Markt.
Enzis heißen diese Sitzmöbel, sie stehen im Geropark und am Rheydter Markt. Foto: Andreas Gruhn

Die Frage, inwieweit die städtischen Kunststoff-Kübel denn mit der Gestaltungssatzung vereinbar sind, stelle sich laut Bonin nicht. „Es handelt sich um Stadtmobiliar“, sagt der Planungsdezernent. Die Richtlinien, die für Rheydt bereits seit drei Jahren gelten und seit kurzem auch in der Gladbacher City verbindlich sind, schließen nämlich Kunststoff explizit aus. Darin heißt es etwa für Waren- und Werbeständer wie für Außengastronomie: „Qualitativ minderwertige Materialen (beispielsweise Kunststoffmöbel und Bierzeltgarnituren) sind unzulässig.“ Auch Warenständer seien aus hochwertigem Material zu gestalten: „Die Verwendung der Materialien Plastik und Kunststoff ist unzulässig.“

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