Mönchengladbach: Walter Prüser arbeitet seit 60 Jahren für BMW

Walter Prüser aus Mönchengladbach : Seit 60 Jahren beim gleichen Arbeitgeber

Walter Prüser arbeitet seit 60 Jahren für BMW. Damit ist er im Konzern deutschlandweit der erste, der das geschafft hat.

Er ist einer, den man als „Original“ bezeichnen kann. Jemand, den es kein zweites Mal gibt. Walter Prüser ist Angestellter der Faba-Autowelt, ist dort Aftersales-Leiter und kümmert sich um alles, was nichts mit dem Verkauf zu tun hat. Das Besondere: Walter Prüser arbeitet schon seit 60 Jahren für BMW. „Das gab es noch nie. Er ist in ganz Deutschland der erste überhaupt, der seit 60 Jahren für BMW arbeitet“, sagt Geschäftsführer Heinz Breuer. Für die Urkunde, die Prüser zu seinem Jubiläum bekommt, gibt es keine Vorlagen. Sie wird extra für ihn angefertigt. Inzwischen ist er 74 Jahre alt. An den Ruhestand ist noch lange nicht zu denken. Walter Prüser hat sein Leben in den Dienst der bayerischen Marke gestellt. Und das nicht nur in seinem Beruf. In seiner Freizeit war er viele Jahre lang Rennfahrer.

Am 1. April 1959 hat Walter Prüser seine Lehre zum Kfz-Mechaniker bei BMW-Hammer an der Rheydter Straße begonnen. „Sie dauerte damals schon so lange wie heute, nämlich dreieinhalb Jahre“, erinnert sich Prüser. Wenn er erzählt, kommt Heinz Breuer immer wieder ins Staunen. „Man erfährt immer wieder etwas Neues“, sagt Breuer. Er sei froh, Walter Prüser im Team zu haben. „Er kennt alle Kunden, und sie vertrauen ihm“, sagt Breuer. Als Walter Prüser seine Lehre begann, gab es erst zwei Modelle von BMW: die Isetta und den 600er. „Zu der Zeit waren Heizungen noch Zubehör“, erinnert sich Prüser. Schon immer sei Prüser der gewesen, der morgens als erster in der Firma war und abends als letzter ging. Dass er ins Kfz-Gewerbe möchte, habe für ihn schon immer festgestanden.

Nach der Lehre bei BMW Hammer wurde Walter Prüser übernommen. 1970 bestand er die Meisterprüfung. Nach einiger Zeit als Werkstattmeister stieg er zum Serviceberater auf und wurde schließlich Serviceleiter. „Am 5. Mai 1973 sind wir zur Hehner Straße gewechselt“, erinnert sich Walter Prüser. Woher er das so genau weiß? Er hat an diesem Tag kirchlich geheiratet. Es gab einen Tag der offenen Türe. An dem hat er bis ungefähr eine halbe Stunde vor der Trauung teilgenommen. „Die standesamtliche Trauung fand schon zuvor während einer Frühstückspause statt“, verrät der Jubilar. Ob seine Frau ihm da nicht böse gewesen sei, fragt sich Heinz Breuer. „Autos sind mein Leben“, antwortet Walter Prüser. 1995 zog BMW Hammer an den Standort, an dem sich heute die Faba-Autowelt befindet. Aus BMW Hammer wurde 2007 BMW Kirsch und schließlich Faba.

„Die Autos haben sich in den vergangenen 60 Jahren komplett verändert. Damals konnte man noch die Motoren sehen und auch selber einmal an einem Fahrzeug herumschrauben. Das ist heute nicht mehr möglich“, sagt Prüser. Die digitaler werdenden Autos hätten seit Mitte der 1990er-Jahre zugenommen. Digitalisierung überhaupt ist ein Thema, mit dem sich Walter Prüser schwertut. Das wird auch in seinem Arbeitsalltag deutlich. „Wenn Kunden kommen, wird normalerweise der Schlüssel ausgelesen, besprochen was gemacht werden muss, und der Kunde unterschreibt den Auftrag. Bei ihm legen die Kunden den Schlüssel auf den Tisch und sagen, er solle einfach machen, was gemacht werden muss. Die Kunden vertrauen ihm“, beschreibt Heinz Breuer Prüsers Arbeit.

Die spielte sich im Privatleben viele Jahre auf Rennstrecken ab. Für den Rheydter Club für Motorsport (RCM) nahm Prüser an vielen Rennen teil, verbrachte eine Saison sogar in der DTM. „Durch Lutz Hammer habe ich zum Rennsport gefunden. Er nahm mich einmal mit zum Nürburgring, riet mir aber vom Rennsport ab, weil das Geld kostet“, erinnert sich Walter Prüser. Der Rat nutzte nichts. Bei seinen ersten Rennen, zu denen er und andere Fahrer schon im Rennwagen von zuhause aus anreisten, landete er meist neben der Strecke. „Ich habe auch an 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teilgenommen und bin in ganz Deutschland gefahren. Ich kenne alle Strecken“, erzählt Prüser begeistert. Einer seiner Monteure war Reinhold „Bubi“ Wurzer. „Ihm habe ich es zu verdanken, dass mein Wagen in einer Saison kein einziges Mal ausfiel. Er war sehr penibel und rief mich sogar einmal nachts an, um zu erklären, was an dem Wagen noch gemacht werden muss“, erzählt der Jubilar. Ambitionen, professioneller Rennfahrer zu werden, hatte er aber nie.

Wie lange er noch arbeiten wird? Das weiß Walter Prüser noch nicht. Seine Arbeit macht ihm einfach zu viel Spaß, um an den Ruhestand zu denken. „Ich habe einmal gesagt, dass ich so lange arbeiten werden, bis man mich in der Holzkiste hier rausträgt. Ich lebe, um zu arbeiten.“

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