Mönchengladbach: Vorsorgeprojekt gegen Hautkrebs

Projekt am Franz-Meyers-Gymnasium : „Big Burn Challenge“ gegen Hautkrebs

Kinder und Jugendliche sind bei hoher UV-Strahlung besonders gefährdet, weil ihre Haut empfindlicher ist als die Erwachsener. Auch das haben Schüler des Franz-Meyers-Gymnasiums in einem Vorsorge-Projekt über Hautkrebs gelernt.

Sonnenbrand? Nichts für Niklas. „Meine Eltern haben immer darauf geachtet, dass ich mich eincreme“, sagt der 15-Jährige. Auch ohne elterliche Aufsicht befolge er den Rat, versichert der Schüler des Franz-Meyers-Gymnasiums. „Das mache ich auch, wenn ich mit Freunden im Freibad bin. Da sagt auch keiner, das sei uncool.“ Stattdessen sagen ganz viele Hautärzte, das sei klug. „Kinder und Jugendliche sind bei zu starker UV-Strahlung besonders gefährdet, da ihre Haut dünner ist als bei Erwachsenen“, warnt beispielsweise Professor Ulrich Graeven, Vorstandsvorsitzender der Krebsgesellschaft NRW und Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie der Kliniken Maria Hilf. Im Giesenkirchener Gymnasium haben sich Niklas und Graeven jetzt getroffen. Denn zwei neunte Klassen der Schule haben bei einem Vorsorgeprojekt der Barmer Krankenkasse und der Krebsgesellschaft vordere Plätze belegt.

„Big Burn Challenge“ hieß das Projekt, das Hautkrebs und Vorbeugung im Unterricht zum Thema gemacht hat und den Schülern in einer Art Internetquiz allerlei Wissen zu dieser Krankheit abverlangte. Wie Sonnencremes die schädliche Wirkung von UV-Strahlung mindert, wurde auch mit UV-empfindlichen Karten vor Augen geführt. Deren Oberfläche verfärbte sich bei Sonneneinstrahlung.

Bei Jugendlichen schon mit dem Aufruf zum Vorbeugen zu beginnen, macht Sinn, nicht nur weil die Haut in jungen Jahren noch empfindlicher ist. Dem Alter entwachsen, in dem regelmäßige Besuche beim Kinderarzt üblich sind, stehen Gesundheitsfragen für viele Jugendliche nicht gerade an der Spitze der Agenda. „Mädchen und jungen Frauen gehen zum Frauenarzt, doch Männer nehmen Vorsorgeangebote dann oft erst wieder ab dem 50. Lebensjahr wahr“, sagt Graeven.

Hautkrebs kann entstehen, wenn die UV-Strahlung das Erbmaterial, die DNA, schädige, erklärt die Deutsche Krebshilfe: „Die meisten der durch UV-Strahlung geschädigten Zellen sterben zum Schutz der Haut ab. Wenn die DNA-Schäden in den Zellen jedoch nicht vollständig repariert werden, können diese Zellen zu Ausgangszellen für einen Tumor werden.“ „Die UV-empfindlichen Stammzellen, aus denen sich neue Hautzellen bilden, liegen bei Kindern sehr viel dichter unter der Hautoberfläche und sind somit den ultravioletten Strahlen der Sonne stärker ausgesetzt“, sagt Professor Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP). UV-Schäden der Haut, die in der Kindheit und Jugend erworben werden, seien daher maßgeblich für das Entstehen von Hautkrebs verantwortlich.

Gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren haben nach Angaben von Krebshilfe und ADP alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung. Die bezieht den gesamten Körper vom Scheitel bis zur Sohle ein und ist vollkommen schmerzfrei.

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